System der Lebewesen (Stefan Hintsche, 2024)

Letztes Update 28.01.2024

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Mammalia > Theria > Eutheria > Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae

 

 

 

 

 

Talpinae

Talpidae

 

 

 

 

Uropsilinae

 

 

 

 

Familia Talpidae G. Fischer von Waldheim, 1814 (Familie Maulwürfe/Moles):

·         74 Arten in 19 Gattungen, davon neun Arten noch unbeschrieben.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Talpini beschrieben. Nominotypische Gattung Talpa Linnaeus, 1758; nominotypische Art Talpa europaea Linnaeus, 1758. Der Stammbaum richtet sich nach der Ergebnissen von He et al. (2017). Thomas (1912) teilte die Maulwürfe in die fünf Unterfamilien Condylurinae, Desmaninae, Scalopinae, Talpinae und Uropsilinae, was Simpson (1945) übernahm und woran sich auch Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966) orientierten. Van Valen (1967) reduzierte die Zahl der Unterfamilien auf die drei Taxa Desmaninae, Talpinae und Uropsilinae. Die Talpinae wiederum unterteilte er in Scaptonychini, Talpini, Urotrichini, Scalopini und Condylurini. Corbet & Hill (1991) folgten der Einteilung in drei Unterfamilien. Hutterer (2005) führte wieder die Unterfamilie Scalopinae ein, die sich weiter in Condylurini und Scalopini unterteilen. Die Desmanen hingegen gliederte er als Tribus Desmanini in die Unterfamilie Talpinae ein, die außerdem die Gattungsgruppen Scaptonychini, Talpini, Urotrichini und neu eingeführt Neurotrichini enthält. Die Spitzmausmaulwürfe verblieben in der eigenen Unterfamilie Uropsilinae. He et al. (2017) unterscheiden aufgrund der Resultate ihrer Analysen von 19 Genen der Kern-DNA sowie zwei Genen der mitochondriellen DNA nur noch in die Unterfamilien Talpinae und Uropsilinae, die sich demnach bereits vor ca. 47 Millionen Jahren voneinander trennten. Innerhalb der Talpinae spalteten sich nach He et al. (2017) als erstes die Scalopini vor ca. 37 Millionen Jahren ab. Vor ca. 35 Millionen Jahren fand eine weitere Spaltung in zwei Zweige mit jeweils drei Gattungsgruppen statt. Der erste Zweig enthält die Tribus Scaptonychini (Abspaltung vor ca. 30 Mio. Jahren), Neurotrichini und Urotrichini (Trennung vor ca. 27 Mio. Jahren), der zweite die Tribus Talpini (Abspaltung vor ca. 35 Mio. Jahren), Condylurini und Desmanini (Trennung vor ca. 33 Mio. Jahren). Krystufek & Motokawa (2018, 2020) übernahmen diese Systematik größtenteils, strichen aber die Tribus Neurotrichini und Scaptonychini. Stattdessen gliederten sie die Gattungen Neurotrichus und Scaptonyx in die Gattungsgruppe Urotrichini ein. Bei der hier vorliegenden Systematik werden die Tribus Neurotrichini und Scaptonychini aufgrund ihrer langen separaten Entwicklung beibehalten. Der Familienname Talpidae leitet sich vom lateinischen talpa für „Maulwurf“ ab.

·         Synonyme: Orycteri de Blainville, 1834 (keine nominotypische Gattung vorhanden).

·         Bestand: 1 Art Vom Aussterben bedroht; 2 Arten Stark gefährdet; 1 Art Gefährdet; 1 Art Potenziell gefährdet (Vorwarnliste); 34 Arten Nicht gefährdet; 5 Arten Daten defizitär; 29 Arten Nicht bewertet; präkolumbisch ausgestorbene Arten sind nicht berücksichtigt.

·         Literatur: Blainville (1834); Corbet & Hill (1991); Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966); Fischer (1814); He et al. (2017); Hutterer (2005);  Krystufek & Motokawa (2018, 2020); Linnaeus (1758); Simpson (1945); Thomas (1912); Van Valen (1967).

 

Subfamilia Uropsilinae Dobson, 1883 (Unterfamilie Spitzmausmaulwürfe/Shrew-like Moles):

·         18 Arten in einer Gattung, davon acht Arten noch nicht beschrieben.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Uropsili beschrieben und von Thomas (1912) in Uropsilinae umgeformt. Nominotypische Gattung Uropsilus Milne-Edwards, 1871; nominotypische Art Uropsilus soricipes Milne-Edwards, 1871. Nach den Ergebnissen von He et al. (2017) trennten sich die Spitzmausmaulwürfe und die Echten Maulwürfen vor 42-57 Millionen Jahren. Die rezenten Arten der Unterfamilie Uropsilinae wurden in der Vergangenheit teilweise in die drei Gattungen Nasillus Thomas, 1911, Rhynchonax Thomas, 1911 und Uropsilus Milne-Edwards, 1871 eingeteilt. Die Einteilung erfolgte aufgrund von dentalen Unterschieden, was sich aber als problematisch herausstellte, da die Dentition teilweise variabel sein kann (Osgood, 1937). Inzwischen gelten Nasillus und Rhynchonax aber als Synonyme von Uropsilus (Ellerman & Morrison-Scott, 1966; Hoffmann, 1984; Hutterer, 2005; Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020, 2023). Die Gattungen Desmanella Engesser, 1972, Mystipterus Hall, 1930 und Theratiskos van den Hoek Ostende, 2001 enthalten nur fossile Formen.

·         Synonyme: Uropsilini Winge, 1917.

·         Bestand: 2 Arten Nicht gefährdet; 2 Arten Daten defizitär; 14 Arten Nicht bewertet; präkolumbisch ausgestorbene Arten sind nicht berücksichtigt.

·         Literatur: Dobson (1883); Ellerman & Morrison-Scott (1966); Engesser (1972); Hall (1930); He et al. (2017); Hoffmann (1984); Hutterer (2005); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); Milne-Edwards (1871); Osgood (1937); Thomas (1911, 1912a, b); Van den Hoek Ostende (2001); Winge (1917).

 

Subfamilia Talpinae G. Fischer von Waldheim, 1814 (Unterfamilie Echte Maulwürfe/True Moles):

·         56 Arten in 18 Gattungen, davon eine Art noch nicht beschrieben.

·         Taxonomie/Phylogenie: Ursprünglich als Talpini beschrieben. Nominotypische Gattung Talpa Linnaeus, 1758; nominotypische Art Talpa europaea Linnaeus, 1758. Der Stammbaum richtet sich nach He et al. (2017). Innerhalb der Talpinae spalteten sich nach He et al. (2017) als erstes die Scalopini vor ca. 37 Millionen Jahren ab. Vor ca. 35 Millionen Jahren fand eine weitere Spaltung in zwei Zweige mit jeweils drei Gattungsgruppen statt. Der erste Zweig enthält die Tribus Scaptonychini (Abspaltung vor ca. 30 Mio. Jahren), Neurotrichini und Urotrichini (Trennung vor ca. 27 Mio. Jahren), der zweite die Tribus Talpini (Abspaltung vor ca. 35 Mio. Jahren), Condylurini und Desmanini (Trennung vor ca. 33 Mio. Jahren). Krystufek & Motokawa (2018, 2020) übernahmen diese Systematik größtenteils, strichen aber die Tribus Neurotrichini und Scaptonychini. Stattdessen gliederten sie die Gattungen Neurotrichus und Scaptonyx in die Gattungsgruppe Urotrichini ein. Bei der hier vorliegenden Systematik werden die Tribus Neurotrichini und Scaptonychini aufgrund ihrer langen separaten Entwicklung beibehalten.

·         Bestand: 1 Art Vom Aussterben bedroht; 2 Arten Stark gefährdet; 1 Art Gefährdet; 1 Art Potenziell gefährdet (Vorwarnliste); 32 Arten Nicht gefährdet; 3 Arten Daten defizitär; 16 Arten Nicht bewertet; präkolumbisch ausgestorbene Arten sind nicht berücksichtigt.

·         Literatur: Fischer (1814); He et al. (2017); Krystufek & Motokawa (2018, 2020); Linnaeus (1758).

 

 

 

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Scalopini

 

 

 

 

 

 

 

 

Scaptonychini

 Talpinae

 

 

 

Neurotrichini

 

 

 

 

 

 

 

 

Urotrichini

 

 

 

 

 

 

Talpini

 

 

 

 

 

 

Condylurini

 

 

 

 

 

 

Desmanini

 

 

 

 

 

 

 

Subfamilia Talpinae G. Fischer von Waldheim, 1814 (Unterfamilie Echte Maulwürfe/True Moles):

·         56 Arten in 18 Gattungen, davon eine Art noch nicht beschrieben.

·         Taxonomie/Phylogenie: Ursprünglich als Talpini beschrieben. Nominotypische Gattung Talpa Linnaeus, 1758; nominotypische Art Talpa europaea Linnaeus, 1758. Der Stammbaum richtet sich nach He et al. (2017). Innerhalb der Talpinae spalteten sich nach He et al. (2017) als erstes die Scalopini vor ca. 37 Millionen Jahren ab. Vor ca. 35 Millionen Jahren fand eine weitere Spaltung in zwei Zweige mit jeweils drei Gattungsgruppen statt. Der erste Zweig enthält die Tribus Scaptonychini (Abspaltung vor ca. 30 Mio. Jahren), Neurotrichini und Urotrichini (Trennung vor ca. 27 Mio. Jahren), der zweite die Tribus Talpini (Abspaltung vor ca. 35 Mio. Jahren), Condylurini und Desmanini (Trennung vor ca. 33 Mio. Jahren). Krystufek & Motokawa (2018, 2020) übernahmen diese Systematik größtenteils, strichen aber die Tribus Neurotrichini und Scaptonychini. Stattdessen gliederten sie die Gattungen Neurotrichus und Scaptonyx in die Gattungsgruppe Urotrichini ein. Bei der hier vorliegenden Systematik werden die Tribus Neurotrichini und Scaptonychini aufgrund ihrer langen separaten Entwicklung beibehalten.

·         Bestand: 1 Art Vom Aussterben bedroht; 2 Arten Stark gefährdet; 1 Art Gefährdet; 1 Art Potenziell gefährdet (Vorwarnliste); 32 Arten Nicht gefährdet; 3 Arten Daten defizitär; 16 Arten Nicht bewertet; präkolumbisch ausgestorbene Arten sind nicht berücksichtigt.

·         Literatur: Fischer (1814); He et al. (2017); Krystufek & Motokawa (2018, 2020); Linnaeus (1758).

 

Tribus Scalopini Gill, 1875 (Gattungsgruppe Neuweltmaulwürfe/New World Moles):

·         9 Arten in fünf Gattungen.

·         Taxonomie/Phylogenie: Ursprünglich als Scalopes beschrieben. Nominotypische Gattung Scalopus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803; nominotypische Art Scalopus aquaticus (Linnaeus, 1758). Der Stammbaum folgt den Ergebnissen von Chen et al. (2021). Demnach teilten sich die Scalopini vor ca. 21,4 Millionen Jahren in die Gattungsuntergruppen Scalopina Gill, 1875 und Parascalopina Hutchison, 1968. Die erste spaltete sich weiter in die Gattungen Scalopus und Scapanus auf, während die zweite sich in die Gattungen Parascalops, Alpiscaptulus und Scapanulus teilte.

·         Literatur: Chen et al. (2021); Geoffroy Saint-Hilaire (1803); Gill (1875); Hutchison (1968); Linnaeus (1758).

 

Tribus Scaptonychini van Valen, 1967 (Gattungsgruppe Langschwanzmaulwürfe/Long-tailed Moles):

·         2 Arten, davon noch eine unbeschrieben, in einer Gattung.

·         Taxonomie/Phylogenie: Nominotypische Gattung Scaptonyx Milne-Edwards, 1871, nominotypische Art Scaptonyx fusicauda Milne-Edwards, 1871. Die Langschwanzmaulwürfe werden gelegentlich nur als Subtribus angesehen und in den Tribus Urotrichini eingeordnet (Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020). Nach He et al. (2017) trennten sich die Scaptonychini von dem die Gattungsgruppen Neurotrichini und Urotrichini umfassenden Schwesterzweig vor ca. 30 Millionen Jahren. Neben der rezenten Gattung Scaptonyx wird noch die fossile Gattung Mongoloscapter Lopatin, 2002 mit der Art Mongoloscapter zhegalloi Lopatin, 2002 dem Tribus Scaptonychini zugeordnet (Zijlstra, 2023).

·         Synonyme: Scaptonychina Kalandadze & Rautian, 1992.

·         Literatur: He et al. (2017); Kalandadze & Rautian (1992); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020); Lopatin (2002); van Valen (1967); Zijlstra (2023).

 

Tribus Neurotrichini Hutterer, 2005 (Gattungsgruppe Kleine Spitzmulle/Least Shrew Moles):

·         1 Art in einer Gattung.

·         Taxonomie/Phylogenie: Nominotypische Gattung Neurotrichus Günther, 1880; nominotypische Art Neurotrichus gibbsii (Baird, 1857). Die Kleinen Spitzmulle werden gelegentlich nur als Subtribus angesehen und in den Tribus Urotrichini eingeordnet oder mit diesem synonymisiert (Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020; Zijlstra, 2023). Nach He et al. (2017) trennten sich die Neurotrichini vom Schwestertaxon Urotrichini vor ca. 27 Millionen Jahren. Beide zusammen trennten sich wiederum vor ca. 30 Millionen Jahren von den Scaptonychini. Neben der rezenten Gattung Neurotrichus, die nach aktuellem Wissenstand nur eine Art enthält, werden auch die fossilen Gattungen Quyania Storch & Qiu, 1983 sowie Rzebikia Sansalone, Kotsakis & Piras, 2016 dem Tribus Neurotrichini zugeordnet.

·         Literatur: Baird (1858); Günther (1880); He et al. (2017); Hutterer (2005); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020); Sansalone, Kotsakis & Piras (2016); Storch & Qiu (1983); Zijlstra (2023).

 

Tribus Urotrichini Gill, 1875 (Gattungsgruppe Japanische Spitzmulle/Japanese Shrew Moles):

·         2 Arten in zwei Gattungen.

·         Taxonomie/Phylogenie: Nominotypische Gattung Urotrichus Temminck, 1841; nominotypische Art Urotrichus talpoides Temminck, 1841. Gelegentlich werden Neurotrichini und Scaptonychini als Subtribus Neurotrichina und Scaptonychina in die Gattungsgruppe Urotrichini integriert oder mit dieser synonymisiert (Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020; Zijlstra, 2023). Nach He et al. (2017) trennten sich die Neurotrichini vom Schwestertaxon Urotrichini vor ca. 27 Millionen Jahren. Beide zusammen trennten sich wiederum vor ca. 30 Millionen Jahren von den Scaptonychini. Neben den beiden rezenten Gattungen Dymecodon und Urotrichus werden auch mehrere fossile Gattungen in die Urotrichini eingeordnet. Dabei handelt es sich um die Gattungen Myxomygale Filhol, 1890, Paratalpa Lavocat, 1951, Percymygale Hugueney & Maridet, 2017, Pseudoparatalpa Lopatin, 1999 und Tenuibrachiatum Ziegler, 2003. Ob die Gattung Desmanodon Engesser, 1980 auch in die Urotrichini gehört, ist derzeit noch unsicher. 

·         Synonyme: Uroricheæ Trouessart, 1879; Urotrichina Kalandadze & Rautian, 1992; Urotrichini Van Valen, 1967.

·         Literatur: Engesser (1980); Gill (1875); He et al. (2017); Hugueney & Maridet (2017); Kalandadze & Rautian (1992); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020); Lavocat (1951); Lopatin (1999); Temminck (1841); Trouessart (1879); van Valen (1967); Ziegler (2003); Zijlstra (2023).

 

Tribus Talpini G. Fischer von Waldheim, 1814 (Gattungsgruppe Altwelt-Maulwürfe/Old World Moles):

·         39 Arten in sechs Gattungen.

·         Taxonomie/Phylogenie: Nominotypische Gattung Talpa Linnaeus, 1758; nominotypische Art Talpa europaea Linnaeus, 1758. Der Stammbaum basiert auf den Ergebnissen von He et al. (2017).

·         Literatur: Fischer (1814); He et al. (2014, 2017); Linnaeus (1758).

 

Tribus Condylurini Gill, 1875 (Gattungsruppe Sternnasenmaulwürfe/American Star-nosed Moles):

·         1 Art in einer Gattung.

·         Taxonomie/Phylogenie: Ursprünglich als Condylurae beschrieben. Nominotypische Gattung Condylura Illiger, 1811; nominotypische Art Condylura cristata (Linnaeus, 1758).

·         Synonyme: Condylureae Trouessart, 1879; Condylurinae Thomas, 1912.

·         Literatur: Gill (1875); Illiger (1811); Linnaeus (1758); Thomas (1912); Trouessart (1879).

 

Tribus Desmanini Thomas, 1912 (Gattungsgruppe Desmane/Desmans):

·         2 Arten in zwei Gattungen.

·         Taxonomie/Phylogenie: Nominotypische Gattung Desmana Güldenstädt, 1777; nominotypische Art Desmana moschata (Linnaeus, 1758). Ursprünglich als Desmaninae beschrieben, wurden die Desmane auch lange als separate Unterfamilie geführt (Thomas, 1912; Simpson, 1945; Van Valen, 1967; Zaitsev, Voyta & Sheftel, 2014). Genetische Analysen stellten die Desmane jedoch in die Echten Maulwürfe und weisen auf eine nahe Verwandtschaft zu den Sternnasenmaulwürfen hin, von denen sie sich vor ca. 33 Millionen Jahren trennten (He et al., 2017). Folglich kommt ihnen nun der Rang eines Tribus innerhalb der Unterfamilie Talpinae zu (Hutterer, 2005; Kryštufek & Motokawa, 2018). Die rezenten Arten der Desmane fallen in die beiden Gattungen Desmana und Galemys. Darüber hinaus werden noch einige fossile Genera den Desmanini zugeordnet. Dabei handelt es sich um die Gattungen Archaeodesmana Topachevsky & Pashkov, 1983 mit 14 ausgestorbenen Arten, Asthenoscapter Hutchison, 1974 mit zwei ausgestorbenen Arten, Desmagale Kretzoi, 1954 mit einer ausgestorbenen Art, Desmanella Engesser, 1972 mit 13 ausgestorbenen Arten, Gerhardstorchia Dahlmann & Dogan, 2011 mit vier ausgestorbenen Arten, Lemoynea Bown, 1980 mit einer ausgestorbenen Art, Magnatalpa Oberg & Samuels, 2022 mit einer ausgestorbenen Art, Mygalea Schreuder, 1940 mit drei ausgestorbenen Arten, Mygalinia Schreuder, 1940 mit einer ausgestorbenen Art und Mygatalpa Schreuder, 1940 mit zwei ausgestorbenen Arten.

·         Literatur: Bown (1980); Dahlmann & Dogan (2011); Engesser (1972); He et al. (2017); Hutchison (1974); Hutterer (2005); Kretzoi (1954); Kryštufek & Motokawa (2018); Linnaeus (1758); Oberg & Samuels (2022); Schreuder (1940); Simpson (1945); Thomas (1912); Topachevsky & Pashkov (1983); Van Valen (1967); Zaitsev, Voyta & Sheftel (2014).

 

 

 

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Scalopus

 

 

 

 

 

Scapanus

Scalopini

 

 

 

 

Parascalops

 

 

 

 

 

 

Alpiscaptulus

 

 

 

 

 

 

Scapanulus

 

 

 

 

 

 

Tribus Scalopini Gill, 1875 (Gattungsgruppe Neuweltmaulwürfe/New World Moles):

·         9 Arten in fünf Gattungen.

·         Taxonomie/Phylogenie: Ursprünglich als Scalopes beschrieben. Nominotypische Gattung Scalopus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803; nominotypische Art Scalopus aquaticus (Linnaeus, 1758). Der Stammbaum folgt den Ergebnissen von Chen et al. (2021). Demnach teilten sich die Scalopini vor ca. 21,4 Millionen Jahren in die Gattungsuntergruppen Scalopina Gill, 1875 und Parascalopina Hutchison, 1968. Die erste spaltete sich weiter in die Gattungen Scalopus und Scapanus auf, während die zweite sich in die Gattungen Parascalops, Alpiscaptulus und Scapanulus teilte.

·         Literatur: Chen et al. (2021); Geoffroy Saint-Hilaire (1803); Gill (1875); Hutchison (1968); Linnaeus (1758).

 

Genus Scalopus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803 (Gattung Ostamerikanische Maulwürfe/Eastern Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Scalopus aquaticus (Linnaeus, 1758); eigentlich Scalopus virginianus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803, doch gilt diese Form als Synonym von aquaticus (Palmer, 1904). Die einzige rezente Art S. aquaticus steht auch allein in der Untergattung Scalopus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803, während die fossilen Arten in eine separate Untergattung Hesperoscalops Hibbard, 1941 gestellt werden. Nach molekularbiologischen Analysen von Chen et al. (2021) bilden Scalopus und Scapanus als Schwestertaxa den Subtribus Scalopina Gill, 1875. Der Gattungsname leitet sich möglicherweise von den griechischen Wörtern σκάλλω, für „graben“ und πούς für „Fuß“ ab, was sich auf die zum Graben genutzten Füße der Tiere bezieht. Eventuell handelt sich aber auch einfach um eine lateinifizierte Version des griechischen Wortes σκάλοψ für „Maulwurf“.

·         Synonyme: Hesperoscalops Hibbard, 1941; Scalops Illiger, 1811 (Schreibfehler); Scalops Cuvier, 1800 (nur Name); Scalpos Brooks, 1910; Talpasorex Lesson, 1827.

·         Literatur: Chen et al. (2021); Cuvier (1800); Geoffroy Saint-Hilaire (1803); Gill (1875); Hibbard, 1941; Illiger (1811); Linnaeus (1758); Palmer (1904).

 

Genus Scapanus Pomel, 1848 (Gattung Westamerikanische Maulwürfe/Western Moles):

·         5 Arten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Scapanus townsendii (Bachman, 1839). Der Stammbaum beruht auf den Resultaten von Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021). Nach molekularbiologischen Analysen von Chen et al. (2021) bilden Scalopus und Scapanus als Schwestertaxa den Subtribus Scalopina Gill, 1875. Bei der Berücksichtigung fossiler Arten wird Scapanus noch in die Untergattungen Scapanus Pomel, 1848 und Xeroscapheus Hutchison, 1968 unterteilt. Die rezenten Arten stehen alle in der Untergattung Scapanus. Nach den Untersuchungen von Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021) nimmt anthonyi dabei eine basale Stellung ein und spaltete sich als erstes ab. Danach bildeten sich zwei weitere Entwicklungslinien, die sich in jeweils zwei Arten splitteten. Die erste Linie umfasst die Arten latimanus und occultus, während die zweite orarius und townsendii enthält. Der Gattungsname Scapanus leitet sich von dem griechischen Wort σκαπάνη für „Grabwerkzeug“ ab und spielt auf die kräftigen zum Graben geeigneten Vorderbeine an.

·         Synonyme: Scaphanus Herrick, 1892 (Schreibfehler); Scapasius Beddard, 1902 (Schreibfehler); Scapaneus Winge, 1917 (unnötiger Korrekturvorschlag); Xeroscapheus Hutchison, 1968.

·         Literatur: Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021); Bachman (1839); Beddard (1902); Chen et al. (2021); Gill (1875); Herrick (1892); Hutchison (1968); Pomel (1848); Winge (1917).

 

Genus Parascalops True, 1894 (Gattung Haarschwanzmaulwürfe/Hairy-tailed Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Parascalops breweri (Bachman, 1841). Die Gattung Parascalops bildet nach molekularbiologischen Analysen (Chen et al., 2021) das Schwestertaxon zum Zweig der Genera Alpiscaptulus und Scapanulus. Alpiscaptulus, Scapanulus und Parascalops bilden zusammen den Subtribus Parascalopina Hutchison, 1968, der dem Subtribus Scalopina Gill, 1875 aus den Genera Scalopus und Scapanus gegenübersteht. Der Genus Parascalops enthält nur eine rezente Art. Es sind aber mit Parascalops fossilis Skoczeń, 1993 aus Polen und Parascalops grayensis Oberg & Samuels, 2022 aus den Vereinigten Staaten (Tennessee) noch zwei fossile Arten bekannt. Der Gattungsname Parascalops leitet sich von den griechischen Wörtern παρά für „neben“ und σκάλοψ für „Maulwurf“ ab, was andeutet, dass es neben den bereits beschriebenen Gattungen eben eine weitere gibt.

·         Synonyme: Perascalops Beddard, 1902 (Schreibfehler).

·         Literatur: Bachman (1841); Beddard (1902); Chen et al. (2021); Gill (1875); Hutchison (1968); Oberg & Samuels (2022); Skoczeń (1993); True (1894).

 

Genus Alpiscaptulus Jiang & Chen, 2021 (Gattung Medog-Maulwürfe/Medog Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Alpiscaptulus medogensis Jiang & Chen, 2021. Die Gattung Alpiscaptulus ist am engsten mit der Gattung Scapanulus verwandt. Beide Genera trennten sich vor ca. 11,6 Millionen Jahren voneinander (Chen et al., 2021). Alpiscaptulus, Scapanulus und Parascalops bilden zusammen den Subtribus Parascalopina Hutchison, 1968, der dem Subtribus Scalopina Gill, 1875 aus den Genera Scalopus und Scapanus gegenübersteht. Der Gattungsname Alpiscaptulus leitet sich von den griechischen Wörtern αλπ für „hoher Berg“ und σκαπτύλος für „kleiner Gräber“ zusammen und bezieht sich auf Lebensweise und Lebensraum der Gattung.

·         Literatur: Chen et al. (2021); Gill (1875); Hutchison (1968).

 

Genus Scapanulus Thomas, 1912 (Gattung Gansu-Maulwürfe/Gansu Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Scapanulus oweni Thomas, 1912. Die Gattung Scapanulus ist am engsten mit der Gattung Alpiscaptulus verwandt. Beide Genera trennten sich vor ca. 11,6 Millionen Jahren voneinander (Chen et al., 2021). Alpiscaptulus, Scapanulus und Parascalops bilden zusammen den Subtribus Parascalopina Hutchison, 1968, der dem Subtribus Scalopina Gill, 1875 aus den Genera Scalopus und Scapanus gegenübersteht. Der Genus enthält nur eine rezente Art. Es ist mit Scapanulus lampounensis Mein & Ginsburg, 1997 aber noch eine fossile Spezies aus Polen bekannt. Der Gattungsname Scapanulus stellt eine Verkleinerungsform abgeleitet von dem griechischen Wort σκαπάνη für „Grabwerkzeug“ ab und bezieht sich auf die kräftigen Vordergliedmaßen, mit denen Tiere der Gattung sehr gut im Untergrund graben können.

·         Literatur: Chen et al. (2021); Gill (1875); Hutchison (1968); Mein & Ginsburg (1997); Thomas (1912).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Scalopini > Scalopus

 

 

Scalopus

 

Scalopus aquaticus

 

 

Genus Scalopus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803 (Gattung Ostamerikanische Maulwürfe/Eastern Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Scalopus aquaticus (Linnaeus, 1758); eigentlich Scalopus virginianus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803, doch gilt diese Form als Synonym von aquaticus (Palmer, 1904). Die einzige rezente Art S. aquaticus steht auch allein in der Untergattung Scalopus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803, während die fossilen Arten in eine separate Untergattung Hesperoscalops Hibbard, 1941 gestellt werden. Nach molekularbiologischen Analysen von Chen et al. (2021) bilden Scalopus und Scapanus als Schwestertaxa den Subtribus Scalopina Gill, 1875. Der Gattungsname leitet sich möglicherweise von den griechischen Wörtern σκάλλω, für „graben“ und πούς für „Fuß“ ab, was sich auf die zum Graben genutzten Füße der Tiere bezieht. Eventuell handelt sich aber auch einfach um eine lateinifizierte Version des griechischen Wortes σκάλοψ für „Maulwurf“.

·         Synonyme: Hesperoscalops Hibbard, 1941; Scalops Illiger, 1811 (Schreibfehler); Scalops Cuvier, 1800 (nur Name); Scalpos Brooks, 1910; Talpasorex Lesson, 1827.

·         Literatur: Chen et al. (2021); Cuvier (1800); Geoffroy Saint-Hilaire (1803); Gill (1875); Hibbard, 1941; Illiger (1811); Linnaeus (1758); Palmer (1904).

 

Scalopus aquaticus (Linnaeus, 1758) (Ostamerikanischer Maulwurf/Eastern Mole):

·         Holotypus/Terra typica: Kein Typusexemplar vorhanden. Von Jackson (1915) Typuslokalität eingegrenzt auf Philadelphia-Bezirk, Pennsylvanien, Vereinigte Staaten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Sorex aquaticus beschrieben, stellte Oberholser (1905) die Art in die Gattung Scalopus. Es werden derzeit 16 Unterarten anerkannt. Umfangreiche genetische Untersuchungen stehen noch aus.

·         Unterarten:

1. Scalopus aquaticus aquaticus (Linnaeus, 1758) (Ostküsten-Maulwurf/Common Eastern Mole).

2. Scalopus aquaticus aereus Bangs, 1896 (Kupferfarbener Maulwurf/Copper Mole). Holotypus/Terra typica: MCZ BANGS-5475 (Museum für vergleichende Zoologie Cambridge), adultes Weibchen, gesammelt am 13. August 1896 von T. Surber bei Stilwell, Adair-Bezirk, Oklahoma, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich beschrieben als Scalops texanus aereus. Die Taxa intermedius und pulcher gelten inzwischen als Synonyme von aereus. Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton aereus bedeutet „mit Kupfer beschlagen“ und bezieht sich auf den kupferfarbenen Stich, den das Fell dieser Form aufweist.

3. Scalopus aquaticus alleni R. H. Baker, 1951 (Allen-Maulwurf/Allen’s Mole). Holotypus/Terra typica: AMNH MO-5788/AMNH MS-7189 (Amerikanisches Museum für Naturgeschichte New York), adultes Männchen, gesammelt am 28. Januar 1893 von H. P. Attwater bei Rockport, Aransas-Bezirk, Texas, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Exemplare der Form wurden vorher der Unterart texanus zugeordnet. Benannt wurde die Unterart alleni nach dem amerikanischen Zoologen Glover Morrill Allen, der u.a. als Kurator am Museum für vergleichende Zoologie der Harvard-Universität in Cambridge tätig war.

4. Scalopus aquaticus anastasae Bangs, 1898 (Anastasia-Maulwurf/Anastasia Island Mole). Holotypus/Terra typica: MCZ BANGS-7192 (Museum für vergleichende Zoologie Cambridge), adultes Männchen, gesammelt am 16. Februar 1897 von Outram Bangs bei Point Romo auf der Insel Anastasia, St. Johns-Bezirk, Florida, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich wurde die Form als eigene Art Scalops anastasae beschrieben, später aber als Unterart in Scalopus aquaticus eingeordnet (Jackson, 1915). Die Unterart ist nach der Insel Anastasia benannt, auf der sie gefunden wurde. 

5. Scalopus aquaticus australis F. M. Chapman, 1893 (Südöstlicher Maulwurf/South-Eastern Mole). Holotypus/Terra typica: AMNH MO-2990/AMNH MS-3916 (Amerikanisches Museum für Naturgeschichte New York), gesammelt am 4. Mai 1891 von Frank Michler Chapman bei Gainseville, Alachua-Bezirk, Florida, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Scalops aquaticus australis beschrieben. Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton australis bedeutet „südlich“ und bezieht sich darauf, dass diese Form im südlichen Abschnitt des Verbreitungsgebietes von aquaticus lebt.

6. Scalopus aquaticus bassi A. H. Howell, 1939 (Sarasota-Maulwurf/Sarasota Mole). Holotypus/Terra typica: FMNH 43968 (Feldmuseum für Naturgeschichte Chicago), adultes Weibchen, gesammelt am 4. November 1935 von Stewart Springer bei Engelwood, Sarasota-Bezirk, Florida, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Die Unterart wurde nach John Bass Junior benannt, dem Inhaber des Bass-Biologie-Laboratoriums in Englewood, Florida.

7. Scalopus aquaticus caryi H. H. T. Jackson, 1914 (Cary-Maulwurf/Cary’s Mole). Holotypus/Terra typica: USNM 116799 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), subadultes Männchen, gesammelt am 18. September 1901 von Merritt Cary bei Neligh, Antelope-Bezirk, Nebraska, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Das Taxon nebrascensis wird als Synonym von caryi betrachtet (Woodman, 2018). Die Unterart ist nach Merritt Cary benannt, der auch das Typusexemplar sammelte.

8. Scalopus aqauticus cryptus W. B. Davis, 1942 (Mitteltexanischer Maulwurf/Central Texas Mole). Holotypus/Terra typica: TCWC 1454 (Texas-Kooperative-Wildtiersammlung College Station), adultes Männchen, gesammelt am 23. November 1939 von U. H. Williams bei College Station, Brazos-Bezirk, Texas. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Davis beschrieb in seiner Publikation 1942 mit Scalopus aquaticus nanus und Scalopus aquaticus cryptus zwei Unterarten, die von Yates & Schmidly (1977) als identisch angesehen wurden. Sie erklärten cryptus zum gültigen Unterartnamen und nanus zum Synonym. In zahlreichen anderen Werken wird hingegen nanus als valider Unterartname geführt und cryptus als Synonym gelistet (Yates & Schmidly, 1978; Hutterer, 2005; Kryštufek & Motokawa, 2018). Dies beruht darauf, dass die Beschreibung von nanus in der Publikation von Davis (1942) vor cryptus erfolgt. Woodman (2018) verweist aber darauf, dass cryptus nach den Regeln der ICZN (1999) Validität besitzt, da er in der ersten Revision von den Autoren (Yates & Schmidly, 1977) zum gültigen Unterartnamen erklärt wurde. Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton cryptus bedeutet „verborgen“ und spielt vermutlich auf die unterirdische Lebensweise an.

9. Scalopus aquaticus howelli H. H. T. Jackson, 1914 (Howell-Maulwurf/Howell’s Mole). Holotypus/Terra typica: USNM 177931 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Männchen, gesammelt am 4. Januar 1912 von L. S. Golsan bei Autaugaville, Autauga-Bezirk, Alabama, Vereinigtes Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Die Unterart ist nach dem amerikanischen Zoologen Arthur Holmes Howell benannt, der einige Säugetier- und Vogelarten beschrieb.

10. Scalopus aquaticus inflatus H. H. T. Jackson, 1914 (Tamaulipas-Maulwurf/Tamaulipas Mole). Holotypus/Terra typica: USNM 52709 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), subadultes Tier, gesammelt 1892 von Frank B. Armstrong ca. 72 km von Brownsville (Texas) im Bundesstaat Tamaulipas, Mexiko. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als eigenständige Art Scalopus inflatus beschrieben, von Yates & Schmidly (1977) aber als Unterart in aquaticus eingeordnet. Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton inflatus bedeutet „geschwollen“ und bezieht sich auf den geschwollen wirkenden Schädelbereich vor dem Tränensack.

11. Scalopus aquaticus machrinoides H. H. T. Jackson, 1914 (Mittlerer-Westen-Maulwurf/Midwest Mole). Holotypus/Terra typica: USNM 169717 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Männchen, gesammelt am 1. Juni 1910 von W. E. Berg bei Manhattan, Riley-Bezirk, Kansas, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Der wissenschaftlich Name machrinoides setzt sich aus dem griechischen Suffix -οειδής für „-ähnlich“ und dem Namen der Unterart machrinus zusammen, um auf die Ähnlichkeit zu dieser Subspezies hinzuweisen.

12. Scalopus aquaticus machrinus Rafinesque, 1832 (Prärie-Maulwurf/Prairie Mole). Holotypus/Terra typica: Typusexemplar nicht vorhanden, nahe Lexington, Fayette-Bezirk, Kentucky, Vereinigtes Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als eigene Art Talpa machrina beschrieben. Die Taxa argentatus, pennantii und sericea werden als Synonyme von machrinus betrachtet (Jackson, 1915). Das Unterartepitheton machrinus leitet sich vermutlich von den griechischen Wörtern μακρός für „groß“ und ῥίς für „Nase“ ab und bezieht sich auf die verhältnismäßig lange Schnauze bei dieser Form.

13. Scalopus aquaticus montanus R. H. Baker, 1951 (Coahuila-Maulwurf/Coahuila Mole). Holotypus/Terra typica: KUM 35668 (Kansas-Universität Lawrence), adultes Männchen, gesammelt am 7. April 1950 von J. R. Alcorn beim Club Sierra del Carmen, nordwestlich Piedra Blanca, Coahuila, Mexiko. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als eigene Art Scalopus montanus beschrieben, von Yates & Schmidly (1977) aber als Unterart in aquaticus eingeordnet. Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton montanus bedeutet „bergbewohnend“ und bezieht sich auf den bergigen Lebensraum der Subspezies.

14. Scalopus aquaticus parvus Rhoads, 1894 (Östlicher Florida-Maulwurf/Eastern Florida Mole). Holotypus/Terra typica: ANSP 8468 (Akademie für Naturwissenschaften von Philadelphia), adultes Weibchen, gesammelt am 24. Dezember 1893 von W. S. Dickinson bei Tarpon Springs, Pinellas-Bezirk, Florida, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als eigenständige Art Scalops parvus beschrieben, später aber als Unterart in aquaticus eingeordnet (Elliot, 1901; Jackson, 1915). Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton parvus bedeutet „klein“ und bezieht sich auf die im Verhältnis zu aquaticus geringe Körpergröße.

15. Scalopus aquaticus porteri Schwartz, 1952 (Südlicher Florida-Maulwurf/Southern Florida Mole). Holotypus/Terra typica: UMMZ 97718 (Universität von Michigan Museum für Zoologie Ann Arbor), adultes Weibchen, gesammelt am 31. August 1951 von Albert Schwartz bei Uleta, Dade-Bezirk, Florida, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Die Unterart ist nach Raymond P. Porter benannt, um ihm für die Zusammenarbeit bei der Erforschung von Säugetieren im südlichen Florida zu danken.

16. Scalopus aquaticus texanus J. A. Allen, 1891 (Südtexanischer Maulwurf/South Texas Mole). Holotypus/Terra typica: AMNH MO-2740/AMNH MS-3488 (Amerikanisches Museum für Naturgeschichte New York), adultes Tier, gesammelt im September 1887 von W. Lloyd im Presidio-Bezirk, Texas, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Scalops argentatus texanus beschrieben. Der Unterartname bezieht sich auf den Bundesstaat Texas, wo die Subspezies gefunden wurde.

·         Synonyme: Talpa virginianus niger Seba, 1734 (Terra typica: Virginien, Vereinigte Staaten); Talva virginea P. L. S. Müller, 1776 (Terra typica: Virginien, Vereinigte Staaten); Talpa flava Zimmermann, 1777 (Terra typica: New York, Vereinigtes Staaten); Talpa fusca Zimmermann, 1777 (Terra typica: New York, Vereinigte Staaten); Talpa flavescens Borowski, 1780 (Terra typica: Vereinigte Staaten); Talpa europaea flava Gmelin, 1788 (Terra typica: New York, Vereinigte Staaten); Talpa europaea flavescens Erxleben, 1777 (Terra typica: New York, Vereinigte Staaten); Talpa fusca Shaw, 1800 (Terra typica: Nordamerika); Talpa purpurascens Shaw, 1800 (Terra typica: Virginien, Vereinigte Staaten); Scalopus virginianus É. Geoffroy Saint-Hilaire, 1803 (Terra typica: Virginien, Vereinigte Staaten); Talpa cupreata Rafinesque, 1814 (Terra typica: Ostküste der Vereinigten Staaten); Scalops canadensis Desmarest, 1821 (Terra typica: Nordamerika); Scalops pennsylvanica Harlan, 1825 (Holotypus/Terra typica: Typusexemplar ursprünglich in Harlans persönlicher Sammlung, inzwischen aber verloren oder zerstört, gesammelt im südöstlichen Pennsylvanien, Vereinigte Staaten); Talpasorex pensylvanica Lesson, 1827 (Schreibfehler); Talpa sorex pensylvancius de Blainville, 1838 (Schreibfehler); Scalops anastasiae Elliot, 1901 (Schreibfehler); Scalopus aquaticus davisi Yates, 1978 (Holotypus/Terra typica: CM 18444 (Carnegie-Museum für Naturgeschichte Pittsburgh), adultes Männchen, gesammelt am 5. April 1934 von W. H. Chandler bei Yarmouth, Barnstable-Bezirk, Massachusetts, Vereinigte Staaten); Scalops machrinus intermedius Elliot, 1899 (Holotypus/Terra typica: FMNH 6829 (Feldmuseum für Naturgeschichte Chicago), adultes Männchen, gesammelt am 23. Februar 1899 von Thaddeus Surber bei Alva, Woods-Bezirk, Oklahoma, Vereinigte Staaten); Scalops aquaticus pulcher H. H. T. Jackson, 1914 (Holotypus/Terra typica: USNM 170698 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Männchen, gesammelt am 20. Januar 1911 von W. G. Savage bei Delight, Pike-Bezirk, Arkansas, Vereinigte Staaten); Scalopus aquaticus nebrascensis Yates, 1978 (KUM 50129 (Kansas-Universität Lawrence), adultes Männchen, gesammelt am 17. August 1952 von J. Knox Jones Junior westlich Parks, Dundy-Bezirk, Nebraska, Vereinigte Staaten); Scalops argentatus Audubon & Bachman, 1842 (Terra typica: Gesammelt von George C. Leib im südlichen Michigan, Vereinigte Staaten); Talpa pennantii LeConte, 1853 (Holotypus/Terra typica: ANSP (Akademie für Naturwissenschaften von Philadelphia), Vereinigte Staaten); Talpa sericea Rafinesque, 1832 (Terra typica: nahe Nicholasville und Harrodsburg, Kentucky, Vereinigte Staaten); Scalops aquaticus texensis Elliot, 1901 (Schreibfehler); Scalopus aquaticus nanus W. B. Davis, 1942 (Holotypus/Terra typica: TCWC 1785 (Texas-Kooperative-Wildtiersammlung College Station), adultes Weibchen, gesammelt am 28. Juni 1938 von W. C. Parker östlich Centerville, Leon-Bezirk, Texas, Vereinigte Staaten).

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge ♂ 130-154 mm, ♀ 129-137 mm; Schwanzlänge ♂ 22-30 mm, ♀ 15-28 mm; Hinterfußlänge 15-22 mm; Gewicht 40-64 g. Zahnformel 36 = I 3/2 C 1/0 P 3/3 M 3/3. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Der Ostamerikanische Maulwurf ist sehr anpassungsfähig und besiedelt fast alle bewaldeten oder offenen Lebensräume (Felder, Weiden, Wiesen, lichte Wälder, Parkanlagen, Wohngebiete), wobei er gut durchlässige, lockere Sand- oder Lehmböden bevorzugt und sehr trockene oder extrem feuchte sowie sehr kiesige bis steinige Böden meidet. Er kommt in den Vereinigten Staaten von Meereshöhe bis in 1.375 m Höhe vor, in Mexiko sogar bis 1.633 m Höhe. 

·         Bestand: Nicht gefährdet; Population stabil.

·         Verbreitung: Nordamerika (Kanada: Ontario; Mexiko; Vereinigte Staaten).

·         Literatur: Allen (1891); Audubon & Bachman (1842); Baker (1951); Bangs (1896, 1898); Blainville (1838); Borowski (1780); Chapman (1893); Davis (1942); Desmarest (1821); Elliot (1899, 1901); Erxleben (1777); Geoffroy Saint-Hilaire (1803); Gmelin (1788); Harlan (1825); Howell (1939); Hutterer (2005); ICZN (1999); Jackson (1914, 1915); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); LeConte (1853); Lesson (1827); Linnaeus (1758); Matson et al. (2016); Müller (1776); Oberholser (1905); Rafinesque (1814, 1832); Rhoads (1894); Schwartz (1952); Seba (1734); Shaw (1800); Woodman (2018); Yates (1978); Yates & Schmidly (1977, 1978); Zimmermann (1777).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Scalopini > Scapanus

 

 

 

 

 

 

 

Scapanus anthonyi

 

 

 Scapanus

 

 

 

Scapanus latimanus

 

 

 

 

 

 

Scapanus occultus

 

 

 

 

Scapanus orarius

 

 

 

 

 

 

Scapanus townsendii

 

 

 

 

 

 

Genus Scapanus Pomel, 1848 (Gattung Westamerikanische Maulwürfe/Western Moles):

·         5 Arten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Scapanus townsendii (Bachman, 1839). Der Stammbaum beruht auf den Resultaten von Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021). Nach molekularbiologischen Analysen von Chen et al. (2021) bilden Scalopus und Scapanus als Schwestertaxa den Subtribus Scalopina Gill, 1875. Bei der Berücksichtigung fossiler Arten wird Scapanus noch in die Untergattungen Scapanus Pomel, 1848 und Xeroscapheus Hutchison, 1968 unterteilt. Die rezenten Arten stehen alle in der Untergattung Scapanus. Nach den Untersuchungen von Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021) nimmt anthonyi dabei eine basale Stellung ein und spaltete sich als erstes ab. Danach bildeten sich zwei weitere Entwicklungslinien, die sich in jeweils zwei Arten splitteten. Die erste Linie umfasst die Arten latimanus und occultus, während die zweite orarius und townsendii enthält. Der Gattungsname Scapanus leitet sich von dem griechischen Wort σκαπάνη für „Grabwerkzeug“ ab und spielt auf die kräftigen zum Graben geeigneten Vorderbeine an.

·         Synonyme: Scaphanus Herrick, 1892 (Schreibfehler); Scapasius Beddard, 1902 (Schreibfehler); Scapaneus Winge, 1917 (unnötiger Korrekturvorschlag); Xeroscapheus Hutchison, 1968.

·         Literatur: Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021); Bachman (1839); Beddard (1902); Chen et al. (2021); Gill (1875); Herrick (1892); Hutchison (1968); Pomel (1848); Winge (1917).

 

Scapanus anthonyi J. A. Allen, 1893 (Niederkalifornischer Maulwurf/Anthony’s Mexican Mole):

·         Alternative Bezeichnungen: Baja-California-Maulwurf, Anthony-Maulwurf.

·         Holotypus/Terra typica: AMNH 4947/AMNH 6313 (Amerikanisches Museum für Naturgeschichte New York), adultes Männchen, gesammelt am 8. Mai 1893 von A. W. Anthony auf 2.135 m Höhe an der Bergkette San Pedro Martir, Niederkalifornien (Baja California), Mexiko.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Die Form wurde als eigenständige Art beschrieben und von Jackson (1915) in seiner Publikation zu den amerikanischen Maulwürfen auch so eingestuft. Palmer (1937) ordnete anthonyi jedoch später als Unterart von latimanus ein, was dann für lange Zeit von anderen Autoren übernommen wurde (Verts & Carraway, 2001; Hutterer, 2005). Salazar-Bravo & Yates (2014) stuften schließlich anhand von Zahn- und Schädelmerkmalen wieder als vollwertige Art ein. Sowohl Kryštufek & Motokawa (2018) als auch Woodman (2018) folgten dieser Klassifizierung. Die molekularbiologischen Analysen von Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021) unterstützen den Status des Niederkalifornischen Maulwurfs als separate Art ebenfalls und stellen anthonyi an die Basis der Gattung Scapanus, wo er das Schwestertaxon zu den übrigen Arten bildet. Die Art gilt als monotypisch und ist nach dem amerikanischen Zoologen Alfred Webster Anthony benannt, der auch das Typusexemplar sammelte. Er arbeitete am Amerikanischen Museum für Naturgeschichte in New York, wo er sich hauptsächlich mit Vögeln und Säugetieren beschäftigte.

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge: 110-114 mm; Schwanzlänge 21-25 mm; Hinterfußlänge 18-20 mm; Gewicht 30-35 g. Zahnformel 36-40 = I 3/3 C 1/1 P 2-3/2-3 M 3/3. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Der Niederkalifornische Maulwurf bewohnt die Gebirgskette Sierra de San Pedro Mátir in Höhen von 1.150-2.600 m. Er kommt dort hauptsächlich in Kiefern- und Pappelwäldern vor.

·         Bestand: Nicht bewertet; von IUCN nicht getrennt von latimanus geführt; Populationsentwicklung unbekannt.

·         Verbreitung: Nordamerika (Mexiko: Niederkalifornien).

·         Literatur: Allen (1893); Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021); Hutterer (2005); Jackson (1915); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); Palmer (1937); Verts & Carraway (2001); Woodman (2018).

 

Scapanus latimanus (Bachman, 1841) (Nordkalifornischer Maulwurf/Northern Broad-footed Mole):

·         Alternative Bezeichnung: Nördlicher Kalifornien-Maulwurf.

·         Holotypus/Terra typica: ZMB 712 (Zoologisches Museum Berlin), gesammelt im Oktober 1834 von F. Deppe bei Santa Clara, Monterey, Kalifornien, Vereinigte Staaten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Scalops latimanus beschrieben und von Osgood (1907) in die Gattung Scapanus überstellt. Die Taxa anthonyi und occultus wurden lange als Unterarten von latimanus betrachtet (Verts & Carraway, 2001; Hutterer, 2005), gelten aufgrund von genetischen und morphologischen Unterschieden (Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva, 2021) aber inzwischen als separate Arten, weshalb derzeit noch vier Unterarten unterschieden werden. Die Taxa californicus, alpinus, dilatus, caurinus und truei gelten als Synonyme der Nominatform (Woodman, 2018). Nach genetischen Untersuchungen ist latimanus die Schwesterart von occultus. Das Artepitethon leitet sich von den lateinischen Wörtern latus für „breit“ und manus für „Hand“ ab und bezieht sich auf die relativ großen Handflächen der Art.

·         Unterarten:

1. Scapanus latimanus latimanus (Bachman, 1841) (Breitfüßiger Kalifornien-Maulwurf/Common Broad-footed Mole).

2. Scapanus latimanus insularis Palmer, 1937 (Insel-Kalifornien-Maulwurf/Angel Island Broad-footed Mole). Holotypus/Terra typica: MVZ 68993 (Museum für Wirbeltierzoologie Berkeley), adultes Männchen, gesammelt am 20. Oktober 1935, von Fletcher G. Palmer auf der Angel-Insel in der San-Francisco-Bucht, Marin-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten). Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton insularis bedeutet „inselbewohnend“ und bezieht sich auf die Angel-Insel als Fundort.

3. Scapanus latimanus minusculus Bangs, 1899 (Östlicher Kalifornien-Maulwurf/Eastern Broad-footed Mole). Holotypus/Terra typica: MCZ BANGS-9189 (Museum für Vergleichende Zoologie Cambridge), adultes Weibchen, gesammelt am 10. Juni 1897 von W. W. Price und E. M. Nutting bei Fyffe, Eldorado-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Scapanus californicus minusculus beschrieben. Die Taxa campi, monoensis und sericatus wurden teilweise als separate Unterarten gelistet (Verts & Carraway, 2001) gelten aktuell aber als Synonyme von minusculus (Yates & Salazar-Bravo, 2005; Woodman, 2018). Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton minusculus bedeutet „etwas kleiner“ und bezieht sich auf die gegenüber der Nominatform geringere Größe.

4. Scapanus latimanus parvus Palmer, 1937 (Kleiner Kalifornien-Maulwurf/Small Broad-footed Mole). Holotypus/Terra typica: MVZ 30343 (Museum für Wirbeltierzoologie Berkeley), adultes Männchen, gesammelt am 1. Juni 1916 von M. P. Anderson bei Alameda, Alameda-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton parvus bedeutet „klein“ und bezieht sich auf die im Verhältnis zur Nominatform geringe Körpergröße.

·         Synonyme: Scalops californicus Ayres, 1856 (Holotypus/Terra typica: CAS (Typusexemplar möglicherweise in der Kalifornischen Akademie der Wissenschaften), gesammelt bei San Francisco, Kalifornien, Vereinigte Staaten); Scapanus townsendi W. C. H. Peters, 1863 (inkorrekte Synonymisierung von latimanus und townsendii); Scapanus dilatus True, 1894 (Holotypus/Terra typica: USNM 186628 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Tier, gesammelt 1883 von C. E. Bendire bei Fort Klamath, Klamath-Bezirk, Oregon, Vereinigte Staaten); Scapanus alpinus Merriam, 1897 (Holotypus/Terra typica: USNM 79967 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Männchen, gesammelt am 18. August 1896 von Vernon Orlando Bailey beim Kratersee auf ca. 2.120 m Höhe am Berg Mazama, Klamath-Bezirk, Oregon, Vereinigte Staaten); Scapanus truei Merriam, 1897 (Holotypus/Terra typica: USNM 79290 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Tier, gesammelt am 15. Juni 1896 von C. P. Streator bei Lake City, Modoc-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten); Scapanus truii Elliot, 1905 (Schreibfehler); Scapanus latimanus sericatus Jackson, 1914 (Holotypus/Terra typica: USNM 109548 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Weibchen, gesammelt am 20. August 1901 von W. K. Fisher bei Yosemite, Yosemite-Tal, Mariposa-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten); Scapanus latimanus campi Grinnell & Storer, 1916 (Holotypus/Terra typica: MVZ 21520 (Museum für Wirbeltierzoologie Berkeley), adultes Männchen, gesammelt am 9. Januar 1915 von Charles Lewis Camp bei Snelling, Merced-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten); Scapanus latimanus monoensis Grinnell, 1918 (Holotypus/Terra typica: MVZ 25834 (Museum für Wirbeltierzoologie Berkeley), adultes Weibchen, gesammelt am 29. August 1917 von H. G White nahe Taylor Ranch, zwei Meilen südlich der Benton-Station, Mono-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten); Scapanus latimanus caurinus Palmer, 1937 (Holotypus/Terra typica: MVZ 25388 (Museum für vergleichende Zoologie Berkeley), adultes Männchen, gesammelt am 14. Mai 1917 von Frank Clarke bei Laytonville, Mendocino-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten).

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge: ♂ 132-152 mm, ♀ 131-153 mm; Schwanzlänge ♂ 32-38 mm, ♀ 23-39 mm; Hinterfußlänge 16-25 mm; Gewicht ♂ 55,6-73,9, ♀ 66,7-73,9 g. Zahnformel 44 = I 3/3 C 1/1 P 4/4 M 3/3. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Der Nordkalifornische Maulwurf bewohnt vom Meeresspiegelniveau bis in Höhen von rund 2.900 m feuchte und nährstoffreiche Böden mit spärlicher Vegetation, aber auch Kiefernwälder und kürzlich kultivierte Böden. Sandige und andere lockere Substrate, aber auch schwere Lehm-, Kies- oder Steinböden meidet er eher. 

·         Bestand: Nicht gefährdet; Population stabil.

·         Verbreitung: Nordamerika (Vereinigte Staaten: Kalifornien, Nevada, Oregon).

·         Literatur: Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021); Ayres (1856); Bachman (1841, 1842); Bangs (1899); Elliot (1905); Grinnell (1918); Grinnell & Storer (1916); Hutterer (2005); Jackson (1914); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); Matson et al. (2016); Merriam (1897); Osgood (1907); Palmer (1937); Peters (1863); True (1894); Verts & Carraway (2001); Woodman (2018); Yates & Salazar-Bravo (2005).

 

Scapanus occultus Grinnell & Swarth, 1912 (Südkalifornischer Maulwurf/Southern Broad-footed Mole):

·         Alternative Bezeichnung: Südlicher Kalifornien-Maulwurf.

·         Holotypus/Terra typica: MVZ 2369 (Museum für Wirbeltierzoologie Berkeley), subadultes Weibchen, gesammelt am 20. September 1908 von Harry Schelwald Swarth am Santa-Ana-Canyon, Bezirk Orange, Kalifornien, Vereinigte Staaten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Unterart Scapanus latimus occultus beschrieben und über lange Zeit auch in diesem Status geführt (Jackson, 1915; Hutterer, 2005; Woodman, 2018; Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020), erhoben Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021) die Form aufgrund molekularbiologischer und morphologischer Unterschiede schließlich in den Artstatus. Kryštufek & Motokawa (2023) übernahmen dies auch in ihrer neuesten Übersicht zur Familie Talpidae. Das aus dem Latein stammende Artepitheton occultus bedeutet „verborgen“ und bezieht sich auf die aus unserer Sicht versteckte Lebensweise der Art. Die Art gilt als monotypisch.

·         Synonyme: Scapanus latimanus grinnelli Jackson, 1914 (Holotypus/Terra typica: MVZ 17785 (Museum für Wirbeltierzoologie Berkley), adultes Männchen, gesammelt am 8. Mai 1912 von H. A. Carr im Inyo-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten).

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge: 111-136 mm; Schwanzlänge 22-34 mm; Gewicht 50-59 g.

·         Biologie/Ökologie: Der Südkalifornische Maulwurf kommt vom Meeresspiegelniveau bis in Höhen von 2.985 m vor. 

·         Bestand: Nicht bewertet; von IUCN nicht getrennt von latimanus geführt; Populationsentwicklung unbekannt.

·         Verbreitung: Nordamerika (Vereinigte Staaten: Kalifornien; Mexiko: Niederkalifornien).

·         Literatur: Álvarez-Castañeda & Cortes-Calva (2021); Grinnell & Swarth (1912); Hutterer (2005); Jackson (1914, 1915); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); Woodman (2018).

 

Scapanus orarius True, 1896 (Pazifischer Maulwurf/Coast Mole):

·         Holotypus/Terra typica: USNM 1381 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Weibchen, gesammelt am 30. August 1855 von J. G. Cooper in der Untiefenwasser-Bucht, Pazifik-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: True erkannte schon bei der Erstbeschreibung von orarius aufgrund von Ähnlichkeiten eine Verwandtschaft zu townsendii. Genetische Analysen bestätigen orarius und townsendii als Schwesterarten, die sich vor ca. 4 Millionen Jahren trennten (Chen et al., 2021). Es werden zwei Unterarten (orarius und schefferi) anerkannt (Hutterer, 2005; Woodman, 2018; Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020). Das aus dem Latein stammende Artepitheton orarius bedeutet „an der Küste befindlich“ und bezieht sich auf die Verbreitung der Art entlang der nordamerikanischen Pazifikküste.

·         Unterarten:

1. Scapanus orarius orarius True, 1896 (Südlicher Pazifischer Maulwurf/Southern Coast Mole).

2. Scapanus orarius schefferi Jackson, 1915 (Nördlicher Pazifischer Maulwurf/Northern Coast Mole). Holotypus/Terra typica: USNM 204997 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum Washington), gesammelt am 8. August 1914 von T. H. Scheffer bei Walla-Walla, Walla-Walla-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Das Taxon yakimensis wird als Synonym von schefferi betrachtet (Hutterer, 2005; Woodman, 2018). Die Unterart ist nach dem Biologen T. H. Scheffer benannt, der das Typusexemplar gesammelt hat.

·         Synonyme: Scapanus orarius yakimensis Dalquest & Scheffer, 1944 (Holotypus/Terra typica: MVZ 96354 (Museum für Wirbeltierzoologie Berkeley), subadultes Männchen, gesammelt am 3. Juli 1941 von J. A. Gray nördlich von Union Gap, Yakima-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten).

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge ♂ 106-145 mm, ♀ 133-168 mm; Schwanzlänge ♂ 30-45 mm, ♀ 21-46 mm; Hinterfußlänge ♂ 16-24 mm, ♀ 15-22 mm; Gewicht ♂ 64-91 g, ♀ 61-79 g. Zahnformel 44 = I 3/3 C 1/1 P 4/4 M 3/3. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Der Pazifische Maulwurf besiedelt landwirtschaftliche Flächen, Wiesen, Küstendünen sowie Nadel- und Laubwälder. Er ist auch in Gletscherschutt, Schwemmlehm, Sand- und Kiesböden zu finden, selten aber über 350 m Höhe. In Gebieten, wo er sympatrisch mit dem Townsend-Maulwurf vorkommt, bevorzugt er besser entwässerte Böden entlang von Bächen und in Wäldern.

·         Bestand: Nicht gefährdet; Population stabil.

·         Verbreitung: Nordamerika (Kanada: Britisch-Kolumbien; Vereinigte Staaten: Idaho, Kalifornien, Oregon, Washington).

·         Literatur: Cassola (2016); Chen et al. (2021); Dalquest & Scheffer (1944); Hutterer (2005); Jackson (1915); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); True (1896); Woodman (2018).

 

Scapanus townsendii (Bachman, 1839) (Townsend-Maulwurf/Townsend’s Mole):

·         Holotypus/Lectotypus/Terra typica: ANSP 450 (Akademie der Naturwissenschaften von Philadelphia), Lectotypus bestimmt von True (1896), gesammelt am 9. Mai 1835 von Thomas Nuttall am Ufer des Columbia-Flusses, Clark-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Scalops townsendii beschrieben, stellte Pomel (1839) die Art in die Gattung Scapanus. Nach genetischen Analysen sind orarius und townsendii Schwesterarten, die sich vor ca. 4 Millionen Jahren voneinander trennten (Chen et al., 2021). Es werden zwei Unterarten (townsendii und olympicus) anerkannt (Hutterer, 2005; Woodman, 2018; Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020). Die Art wurde nach dem amerikanischen Naturforscher John Kirk Townsend benannt.

·         Unterarten:

1. Scapanus townsendii townsendii (Bachman, 1839) (Großer Townsend-Maulwurf/Big Townsend’s Mole).

2. Scapanus townsendii olympicus M. L. Johnson & Yates, 1980 (Kleiner Townsend-Maulwurf/Snow Mole). Holotypus/Terra typica: PSMNH 22735 (Puget-Bucht-Museum für Naturgeschichte Tacoma), adultes Weibchen, gesammelt am 22. August 1972 von Murray L. Johnson am Hurricane-Kamm auf 1.615 m Höhe, Olympus-Nationalpark, Clallam-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Das Unterartepitheton olympicus leitet sich vom Olympus-Gebirge in Washington ab, wo das Typusexemplar gefunden wurde.

·         Synonyme: Scalops aeneus Cassin, 1853 (Holotypus/Terra typica: USNM 3725 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Tier, gesammelt in Oregon, Vereinigte Staaten); Scalops canadensis Richardson, 1829 (Name bereits vergeben); Scalops metallescens Cassin, 1853 (nur Name); Talpa laeniata LeConte, 1853 (Schreibfehler); Talpa taeniata LeConte, 1853 (Holotypus/Terra typica: ANSP 449 (Akademie der Naturwissenschaften von Philadelphia), gesammelt am 9. Mai 1835 von J. K. Townsend am Ufer des Columbia-Flusses, Clark-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten); Scapanus townsendii olympicensis Yates, 1978 (Holotypus/Terra typica: PSMNH 22735 (Puget-Bucht-Museum für Naturgeschichte Tacoma), adultes Weibchen, gesammelt am 22. August 1972 von Murray L. Johnson am Hurricane-Kamm auf 1.615 m Höhe, Olympus-Nationalpark, Clallam-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten. Unveröffentlicht).

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge 161-186 mm; Schwanzlänge 34-51 mm; Hinterfußlänge 23-31 mm; Gewicht 64-171 g. Zahnformel 44 = I 3/3 C 1/1 P 4/4 M 3/3. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Der Townsend-Maulwurf bewohnt Wiesen, Weiden, Landwirtschaftsflächen und Flusstäler vom Meeresspiegelniveau bis in Höhen von 1.677 m. Gelegentlich ist er auch in der Prärie oder in Buschgebieten und Nadelwäldern zu finden. Er bevorzugt schluffig-lehmigen Untergrund mit hohem Humus-Anteil und meidet sehr steinige Böden.

·         Bestand: Nicht gefährdet; Population stabil.

·         Verbreitung: Nordamerika (Kanada: Britisch-Kolumbien; Vereinigte Staaten: Kalifornien, Oregon, Washington).

·         Literatur: Bachman (1839); Cassin (1853a, b); Cassola (2016); Chen et al. (2021); Hutterer (2005); Johnson & Yates (1980); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); LeConte (1853); Pomel (1848); Richardson (1829); True (1896); Woodman (2018); Yates (1978).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Scalopini > Parascalops

 

 

Parascalops

 

Parascalops breweri

 

 

Genus Parascalops True, 1894 (Gattung Haarschwanzmaulwürfe/Hairy-tailed Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Parascalops breweri (Bachman, 1841). Die Gattung Parascalops bildet nach molekularbiologischen Analysen (Chen et al., 2021) das Schwestertaxon zum Zweig der Genera Alpiscaptulus und Scapanulus. Alpiscaptulus, Scapanulus und Parascalops bilden zusammen den Subtribus Parascalopina Hutchison, 1968, der dem Subtribus Scalopina Gill, 1875 aus den Genera Scalopus und Scapanus gegenübersteht. Der Genus Parascalops enthält nur eine rezente Art. Es sind aber mit Parascalops fossilis Skoczeń, 1993 aus Polen und Parascalops grayensis Oberg & Samuels, 2022 aus den Vereinigten Staaten (Tennessee) noch zwei fossile Arten bekannt. Der Gattungsname Parascalops leitet sich von den griechischen Wörtern παρά für „neben“ und σκάλοψ für „Maulwurf“ ab, was andeutet, dass es neben den bereits beschriebenen Gattungen eben eine weitere gibt.

·         Synonyme: Perascalops Beddard, 1902 (Schreibfehler).

·         Literatur: Bachman (1841); Beddard (1902); Chen et al. (2021); Gill (1875); Hutchison (1968); Oberg & Samuels (2022); Skoczeń (1993); True (1894).

 

Parascalops breweri (Bachman, 1841) (Haarschwanzmaulwurf/Hairy-tailed Mole):

·         Holotypus/Terra typica: Kein Typusexemplar vorhanden, östliche Vereinigte Staaten. Auf der von Bachman angegebenen Insel Marthas Weingarten, Massachusetts, kommt die Art nicht vor.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Scalops breweri beschrieben, überstellte True (1894) die Art in die Gattung Parascalops. Die Art gilt als monotypisch.

·         Synonyme: Talpa caudata Zimmermann, 1777 (Terra typica: New York, Vereinigte Staaten); Talpa longicaudata Erxleben, 1777 (Terra typica: New York, Vereinigte Staaten); Talpa longicauda Boddaert, 1785 (Schreibfehler); Talpa americana Harlan, 1825 (nur Name, aus Manuskriptnotizen von Bartram); Talpa reposta LeConte, 1853 (Terra typica: Vereinigte Staaten).

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge ♂ 126-140 mm, ♀ 125-133 mm; Schwanzlänge ♂ 29-33 mm, ♀ 26-33 mm; Hinterfuß ♂ 18-19 mm, ♀ 16-19 mm; Gewicht ♂ 45,5-62,8 g, ♀ 41-49,9 g. Zahnformel 44 = I 3/3 C 1/1 P 4/4 M 3/3. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Der Haarschwanzmaulwurf lebt in großen offenen Feldern und Weiden sowie in Wäldern mit dichtem Humus vom Meeresspiegelniveau bis in ca. 1.950 m Höhe, wo er lockere, gut durchlässige Böden bevorzugt. Harter, trockener und sandiger Untergrund wird gemieden. Auch in Sümpfen ist er eher selten zu finden.

·         Bestand: Nicht gefährdet; Population stabil.

·         Verbreitung: Nordamerika (Kanada; Vereinigte Staaten).

·         Literatur: Bachman (1841, 1842); Boddaert (1785); Cassola (2016); Erxleben (1777); Harlan (1825); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); LeConte (1853); True (1894); Woodman (2018); Zimmermann (1777).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Scalopini > Alpiscaptulus

 

 

Alpiscaptulus

 

Alpiscaptulus medogensis

 

 

Genus Alpiscaptulus Jiang & Chen, 2021 (Gattung Medog-Maulwürfe/Medog Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Alpiscaptulus medogensis Jiang & Chen, 2021. Die Gattung Alpiscaptulus ist am engsten mit der Gattung Scapanulus verwandt. Beide Genera trennten sich vor ca. 11,6 Millionen Jahren voneinander (Chen et al., 2021). Alpiscaptulus, Scapanulus und Parascalops bilden zusammen den Subtribus Parascalopina Hutchison, 1968, der dem Subtribus Scalopina Gill, 1875 aus den Genera Scalopus und Scapanus gegenübersteht. Der Gattungsname Alpiscaptulus leitet sich von den griechischen Wörtern αλπ für „hoher Berg“ und σκαπτύλος für „kleiner Gräber“ zusammen und bezieht sich auf Lebensweise und Lebensraum der Gattung.

·         Literatur: Chen et al. (2021); Gill (1875); Hutchison (1968).

 

Alpiscaptulus medogensis Jiang & Chen, 2021 (Medog-Maulwurf/Medog Mole):

·         Holotypus/Terra typica: KIZ 037966 (Kunming-Institut für Zoologie, Sinologische Akademie Kunming), adultes Weibchen, gesammelt am 2. Juni 2019 von Kang Luo am Berg Namjagbarwa (3.650 m Höhe), bei Dam, Medog-Bezirk, Tibet, China.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Die Spezies gilt als monotypisch und ist bisher die einzige Art der Gattung Alpiscaptulus. Der nächste Verwandte ist der Gansu-Maulwurf. Das Artepitheton medogensis leitet sich vom Kreis Mêdog ab, dem Fundort der Art.

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge 89-111 mm; Schwanzlänge 40-42 mm; Hinterfußlänge ca. 18 mm. Zahnformel 44 = I 3/3 C 1/1 P 4/4 M 3/3.

·         Biologie/Ökologie: Der Medog-Maulwurf bewohnt das tibetanische Namjagbarwa-Massiv von 2.400-3.650 m Höhe. Der Lebensraum besteht in den tieferen Lagen aus Eichenwäldern und dichter Gras- und Buschvegetation, während in den höheren Lagen Heide- und Bambuswälder dominieren.

·         Bestand: Nicht bewertet; Populationsentwicklung unbekannt.

·         Verbreitung: Ostasien (China: Tibet).

·         Literatur: Chen et al. (2021); Kryštufek & Motokawa (2023).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Scalopini > Scapanulus

 

 

Scapanulus

 

Scapanulus oweni

 

 

Genus Scapanulus Thomas, 1912 (Gattung Gansu-Maulwürfe/Gansu Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Scapanulus oweni Thomas, 1912. Die Gattung Scapanulus ist am engsten mit der Gattung Alpiscaptulus verwandt. Beide Genera trennten sich vor ca. 11,6 Millionen Jahren voneinander (Chen et al., 2021). Alpiscaptulus, Scapanulus und Parascalops bilden zusammen den Subtribus Parascalopina Hutchison, 1968, der dem Subtribus Scalopina Gill, 1875 aus den Genera Scalopus und Scapanus gegenübersteht. Der Genus enthält nur eine rezente Art. Es ist mit Scapanulus lampounensis Mein & Ginsburg, 1997 aber noch eine fossile Spezies aus Polen bekannt. Der Gattungsname Scapanulus stellt eine Verkleinerungsform abgeleitet von dem griechischen Wort σκαπάνη für „Grabwerkzeug“ ab und bezieht sich auf die kräftigen Vordergliedmaßen, mit denen Tiere der Gattung sehr gut im Untergrund graben können.

·         Literatur: Chen et al. (2021); Gill (1875); Hutchison (1968); Mein & Ginsburg (1997); Thomas (1912).

 

Scapanulus oweni Thomas, 1912 (Gansu-Maulwurf/Gansu Mole):

·         Holotypus/Terra typica: BMNH 1912.8.5.2 (Britisches Museum für Naturgeschichte London), adultes Männchen, gesammelt am 31. Oktober 1911 auf ca. 2.743 m Höhe, 37 km südöstlich von Taochou, Gansu, China.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Nach molekularbiologischen Analysen ist der Gansu-Maulwurf am engsten mit dem Medog-Maulwurf (Alpiscaptulus medogensis) verwandt (Chen et al., 2021). Die Spezies gilt als monotypisch und wurde nach Fenwick Owen benannt, der das Typusexemplar zukommen ließ.

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge: 80-91 mm; Schwanzlänge 35-49 mm; Hinterfußlänge 14-19 mm. Zahnformel 36 = I 2/2 C 1/1 P 3/3 M 3/3. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Nach bisherigen Kenntnissen bewohnt der Gansu-Maulwurf montane Tannenwälder zwischen 1.500 m und 3.000 m Höhe mit moosigem Unterwuchs.

·         Bestand: Nicht gefährdet; Populationsentwicklung unbekannt.

·         Verbreitung: Ostasien (China: Gansu, Hubei, Shaanxi, Sichuan, Qinghai).

·         Literatur: Chen et al. (2021); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); Smith & Johnston (2016); Thomas (1912).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Scaptonychini > Scaptonyx

 

 

 

 

 

 

Scaptonyx fusicauda

Scaptonychini

 

Scaptonyx

 

 

 

 

 

Scaptonyx sp. 1

 

 

 

 

 

 

Tribus Scaptonychini van Valen, 1967 (Gattungsgruppe Langschwanzmaulwürfe/Long-tailed Moles):

·         2 Arten, davon noch eine unbeschrieben, in einer Gattung.

·         Taxonomie/Phylogenie: Nominotypische Gattung Scaptonyx Milne-Edwards, 1871, nominotypische Art Scaptonyx fusicauda Milne-Edwards, 1871. Die Langschwanzmaulwürfe werden gelegentlich nur als Subtribus angesehen und in den Tribus Urotrichini eingeordnet (Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020). Nach He et al. (2017) trennten sich die Scaptonychini von dem die Gattungsgruppen Neurotrichini und Urotrichini umfassenden Schwesterzweig vor ca. 30 Millionen Jahren. Neben der rezenten Gattung Scaptonyx wird noch die fossile Gattung Mongoloscapter Lopatin, 2002 mit der Art Mongoloscapter zhegalloi Lopatin, 2002 dem Tribus Scaptonychini zugeordnet (Zijlstra, 2023).

·         Synonyme: Scaptonychina Kalandadze & Rautian, 1992.

·         Literatur: He et al. (2017); Kalandadze & Rautian (1992); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020); Lopatin (2002); van Valen (1967); Zijlstra (2023).

 

Genus Scaptonyx Milne-Edwards, 1871 (Gattung Chinesische Langschwanzmaulwürfe/Chinese Long-tailed Moles):

·         2 Arten, davon noch eine unbeschrieben.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Scaptonyx fusicauda Milne-Edwards, 1871. Die Gattung gilt bisher als monotypisch, doch konnten He et al. (2017) bei ihren genetischen Analysen feststellen, dass es sich bei der Population am Gaoligong-Berg um eine eigene, noch unbeschriebene Art handelt, die sich bereits vor ca. 18 Millionen Jahren von der Typusart fusicauda trennte. Der Gattungsname leitet sich von den griechischen Wörtern σκάπτω für „graben“ und ὀνυχ für „Kralle“ ab, was sich auf die ans Graben angepassten Fußkrallen der Tiere bezieht.

·         Literatur: He et al. (2017); Milne-Edwards (1871).

 

Scaptonyx fusicauda Milne-Edwards, 1871 (Chinesischer Langschwanzmaulwurf/Chinese Long-tailed Mole):

·         Holotypus/Terra typica: MNHN-ZM-MO-1871-87A (Nationalmuseum für Naturgeschichte Paris), gesammelt von Armand David nahe dem Kukunor-See in Qinghai, China.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Milne-Edwards verwendete bei der ersten Beschreibung der Art den Namen Scaptonyx fusicauda, während er kurz darauf in einer ausführlicheren Abhandlung über die Spezies den Namen Scaptonyx fusicaudatus verwendete (Milne-Edwards, 1872a, b), der über lange Zeit dann auch Verwendung fand (Allen, 1938), aber später schließlich als Synonym eingestuft wurde (Ellerman & Morrison-Scott, 1951). In der Literatur findet sich häufig die Schreibweise Scaptonyx fusicaudus, was aber nicht korrekt ist, da es sich bei fusicauda um ein nichtveränderliches Wort handelt (Kryštufek & Motokawa, 2018). Das Taxon affinis wurde in der Vergangenheit gelegentlich als Synonym von fusicauda betrachtet (Hutterer, 2005) wird aber aktuell als eine von zwei Unterarten angesehen (Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020; Zijlstra, 2023). Das Artepitheton fusicauda setzt sich aus den lateinischen Wörten fusus für „Spindel“ und cauda für „Schwanz zusammen, was sich auf die Schwanzform der Tiere bezieht.

·         Unterarten:

1. Scaptonyx fusicauda fusicauda Milne-Edwards, 1871 (Nördlicher Langschwanz-Maulwurf/Northern Long-tailed Mole).

2. Scaptonyx fusicauda affinis Thomas, 1912 (Südlicher Langschwanz-Maulwurf/Southern Long-tailed Mole). Holotypus/Terra typica: BMNH 1912.3.18.1 (Britisches Museum für Naturgeschichte London), Männchen, gesammelt am 22. Juni 1911 südöstlich von Atunsi, nordwestliche Yunnan-Provinz, China. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Als Unterart Scaptonyx fusicaudatus affinis beschrieben. Das aus dem Latein stammende Artepitheton affinis bedeutet „ähnlich“ und bezieht sich darauf, dass die Form im äußeren Erscheinungsbild der Nominatform fusicauda ähnelt.

·         Synonyme: Scaptonyx fusicaudatus Milne-Edwards, 1872 (Schreibfehler).

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge: 72-90 mm; Schwanzlänge 26-45 mm; Hinterfußlänge 14-17 mm; Ohrlänge ca. 3,5 mm; Gewicht 9,8-13,8 g. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen. Für das Typusexemplar von affinis gab Thomas, 1912 die Maße Kopf-Rumpf-Länge 90 mm, Schwanzlänge 31 mm, Hinterfußlänge 15,5 mm und Ohrlänge 3,5 mm an.

·         Biologie/Ökgologie: Der Chinesische Langschwanzmaulwurf besiedelt immergrüne Laubwälder und Buschland in 2.000-4.500 m Höhe. Gelegentlich wird er auch in der Nähe von Ackerflächen gefunden.

·         Bestand: Nicht gefährdet; Populationsentwicklung unbekannt.

·         Verbreitung: Südostasien (China; Myanmar; Vietnam).

·         Literatur: Allen (1938); Chiozza (2016); Ellerman & Morrison-Scott (1951); Hoffmann & Lunde (2008, 2013); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); Milne-Edwards (1871, 1872a, b); Thomas, 1912; Wang et al. (2023); Zijlstra (2023).

 

Scaptonyx sp. 1 [He et al., 2017] (Gaoligong-Langschwanzmaulwurf/Gaoligong-Long-tailed Mole):

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Es handelt sich um eine bisher unbeschriebene Art vom Berg Gaoligong in der westlichen Yunnan-Provinz, deren Vertreter bisher fusicauda zugeschrieben werden. He et al. (2017) konnten die Gaoligong-Population bei ihren molekularbiologischen Analysen als separate Art identifizieren, die sich breits vor rund 18 Millionen Jahren von fusicauda trennte. Wang (2003) bezeichnete die Population von Gaoligong bereits als Unterart Scaptonyx fusicauda gaoligongensis. Allerdings ist der Name ungültig, da eine offizielle Beschreibung anhand eines Typusexemplares fehlt.

·         Synonyme: Scaptonyx fusicauda gaoligongensis Wang, 2002.

·         Bestand: Nicht bewertet; Populationsentwicklung unbekannt.

·         Verbreitung: Südostasien (China: Yunnan; möglicherweise auch Myanmar).

·         Literatur: He et al. (2017); Hoffmann & Lunde (2008, 2013); Wang (2003).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Neurotrichini > Neurotrichus

 

 

Neurotrichini

 

Neurotrichus

 

Neurotrichus gibbsii

 

 

 

Tribus Neurotrichini Hutterer, 2005 (Gattungsgruppe Kleine Spitzmulle/Least Shrew Moles):

·         1 Art in einer Gattung.

·         Taxonomie/Phylogenie: Nominotypische Gattung Neurotrichus Günther, 1880; nominotypische Art Neurotrichus gibbsii (Baird, 1857). Die Kleinen Spitzmulle werden gelegentlich nur als Subtribus angesehen und in den Tribus Urotrichini eingeordnet oder mit diesem synonymisiert (Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020; Zijlstra, 2023). Nach He et al. (2017) trennten sich die Neurotrichini vom Schwestertaxon Urotrichini vor ca. 27 Millionen Jahren. Beide zusammen trennten sich wiederum vor ca. 30 Millionen Jahren von den Scaptonychini. Neben der rezenten Gattung Neurotrichus, die nach aktuellem Wissenstand nur eine Art enthält, werden auch die fossilen Gattungen Quyania Storch & Qiu, 1983 sowie Rzebikia Sansalone, Kotsakis & Piras, 2016 dem Tribus Neurotrichini zugeordnet.

·         Literatur: Baird (1858); Günther (1880); He et al. (2017); Hutterer (2005); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020); Sansalone, Kotsakis & Piras (2016); Storch & Qiu (1983); Zijlstra (2023).

 

Genus Neurotrichus Günther, 1880 (Gattung Amerikanische Spitzmulle/Gibb’s Shrew Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie: Generotypus Neurotrichus gibbsii (Baird, 1857). Aktuell enthält die Gattung nur eine einzige Art. Zwar wurde mit Neurotrichus polonicus Skoczeń, 1980 auch eine fossile Art beschrieben. Doch wurde diese inzwischen in die Gattung Rzebikia überführt (Sansalone, Kotsakis & Piras, 2016). Der Gattungsname Neurotrichus leitet sich vom griechischen Wort νέος für „neu“ und dem Gattungsnamen Urotrichus ab. Dies bezieht sich zum einen darauf, dass die Typusart Neurotrichus gibbsii vorher in der Gattung Urotrichus eingeordnet war und nun in eine neue Gattung überführt wurde, zum anderen auf die Verbreitung von Neurotrichus in der Neuen Welt gegenüber Urotrichus als Art in der Alten Welt.

·         Literatur: Baird (1858); Günther (1880); Sansalone, Kotsakis & Piras (2016); Skoczeń (1980).

 

Neurotrichus gibbsii (Baird, 1857) (Amerikanischer Spitzmull/American Shrew Mole):

·         Holotypus/Terra typica: USNM 662 bzw. USNM A1843 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), juveniles Tier, gesammelt am 15. Juli 1854 von George Gibbs am Naches-Pass (White River-Pass) in der Kaskadenkette, nördlich des Berges Rainier, Pierce-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Ursprünglich als Urotrichus gibbsii beschrieben, wurde die Art von Günther (1880) in die Gattung Neurotrichus überführt. Die Art ist nach George Gibbs benannt, der auch das Typusexemplar sammelte.

·         Unterarten:

1. Neurotrichus gibbsii gibbsii (Baird, 1857) (Kanadischer Spitzmull/Northern Shrew Mole).

2. Neurotrichus gibbsii hyacinthinus Bangs, 1897 (Kalifornischer Spitzmull/California Shrew Mole). Holotypus/Terra typica: MCZ BANGS-1240 (Museum für vergleichende Zoologie Cambridge), adultes Weibchen, gesammelt am 10. März 1894 von C. A. Allen bei Nicasio, Marin-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Das Taxon intermedius wird als Synonym von hyacinthinus eingeordnet (Zijlstra, 2023). Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton hyacinthinus bedeutet hier „violett“ und bezieht sich darauf, dass das schwarze Fell an manchen Stellen von grün bis violett irisiert.

3. Neurotrichus gibbsii minor Dalquest & Burgner, 1941 (Küsten-Spitzmull/Coastal Shrew Mole). Holotypus/Terra typica: MVZ 94857 (Museum für Wirbeltierzoologie Berkeley), adultes Männchen, gesammelt am 19. Mai 1940 von Walter Woelber Dalquest auf dem Campus der Universität von Washington, Seattle, King-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten. Taxonomie/Phylogenie/Etmyologie: Das aus dem Latein stammende Unterartepitheton minor beutet kleiner und bezieht sich auf die im Vergleich zur Nominatform geringere Körpergröße.

·         Synonyme: Neurotrichus gibbsi typicus Bangs, 1897 (neuer Name für Nominatform); Neurotrichus gibbsii major Merriam, 1899 (Holotypus/Terra typica: USNM 65321 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte), adultes Männchen, gesammelt am 18. Mai 1894 von C. P. Streator nahe Carberry Ranch auf 1.234 m Höhe, zwischen den Bergen Shasta und Lassen, Shasta-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten); Neurotrichus gibbsii destructionensis Yates, 1978 (Holotypus/Terra typica: USNM 273081 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Männchen, gesammelt auf der Destruction-Insel, Jefferson-Bezirk, Washington, Vereinigte Staaten); Neurotrichus gibbsii intermedius Yates, 1978 (Holoteypus/Terra typica USNM 160900 (Vereinigte Staaten Nationalmuseum für Naturgeschichte Washington), adultes Männchen, gesammelt südlich Aptos, Santa-Cruz-Bezirk, Kalifornien, Vereinigte Staaten); Neurotrichus gibbsii intermedus Yates, 1978 (Schreibfehler von intermedius).

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge 63-71 mm; Schwanzlänge 29-50 mm; Hinterfußlänge 13-18 mm; Gewicht 6-14,5 g. Zahnformel 36 = I 3/3 C 1/1 P 2/2 M 3/3. Karyotyp 2n = 38 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Der Amerikanische Spitzmull kommt vom Meeresspiegelniveau bis in Höhen von etwa 2.440 m vor. Er bevorzugt Schwarzerden mit mächtiger Humusdecke, bedeckt mit einer Schicht aus Blättern, Zweigen und Ästen. Hauptsächlich werden feuchtes Busch- und Weideland sowie Sümpfe und Uferwälder bewohnt. Trockene Gebiete werden eher gemieden.

·         Bestand: Nicht gefährdet; Population stabil.

·         Verbreitung: Nordamerika (Kanada: Britisch-Kolumbien; Vereinigte Staaten: Kalifornien, Oregon, Washington).

·         Literatur: Baird (1858); Bangs (1897); Cassola (2016); Dalquest & Burgner (1941); Günther (1880); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); Merriam (1899); Yates (1978); Zijlstra (2023).

 

 

 

Eutheria > Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Urotrichini

 

 

 

 

 

Dymecodon

Urotrichini

 

 

 

 

Urotrichus

 

 

 

 

Tribus Urotrichini Gill, 1875 (Gattungsgruppe Japanische Spitzmulle/Japanese Shrew Moles):

·         2 Arten in zwei Gattungen.

·         Taxonomie/Phylogenie: Nominotypische Gattung Urotrichus Temminck, 1841; nominotypische Art Urotrichus talpoides Temminck, 1841. Gelegentlich werden Neurotrichini und Scaptonychini als Subtribus Neurotrichina und Scaptonychina in die Gattungsgruppe Urotrichini integriert oder mit dieser synonymisiert (Kryštufek & Motokawa, 2018, 2020; Zijlstra, 2023). Nach He et al. (2017) trennten sich die Neurotrichini vom Schwestertaxon Urotrichini vor ca. 27 Millionen Jahren. Beide zusammen trennten sich wiederum vor ca. 30 Millionen Jahren von den Scaptonychini. Neben den beiden rezenten Gattungen Dymecodon und Urotrichus werden auch mehrere fossile Gattungen in die Urotrichini eingeordnet. Dabei handelt es sich um die Gattungen Myxomygale Filhol, 1890, Paratalpa Lavocat, 1951, Percymygale Hugueney & Maridet, 2017, Pseudoparatalpa Lopatin, 1999 und Tenuibrachiatum Ziegler, 2003. Ob die Gattung Desmanodon Engesser, 1980 auch in die Urotrichini gehört, ist derzeit noch unsicher. 

·         Synonyme: Uroricheæ Trouessart, 1879; Urotrichina Kalandadze & Rautian, 1992; Urotrichini Van Valen, 1967.

·         Literatur: Engesser (1980); Gill (1875); He et al. (2017); Hugueney & Maridet (2017); Kalandadze & Rautian (1992); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020); Lavocat (1951); Lopatin (1999); Temminck (1841); Trouessart (1879); van Valen (1967); Ziegler (2003); Zijlstra (2023).

 

Genus Dymecodon True, 1886 (Gattung Kleine Japanische Spitzmulle/Lesser Japanese Shrew Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Dymecodon pilirostris True, 1886. Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966) ordneten den True-Spitzmull (Dymecodon pilirostris) in die Gattung Urotrichus. Zwar zeigen genetische Analysen talpoides und pilirostris als verwandte Schwestertaxa (He et al., 2017; Shinohara et al., 2004; Shinohara, Campbell & Suzuki, 2003, 2005), doch sind die Unterschiede, auch gestützt durch karyologische (Kawada & Obara, 1999; Tsuchiya, 1976) und anatomische Untersuchungen (Motokawa, 2004; Sánchez-Villagra, Horovitz & Motokawa, 2006), groß genug, um die Stellung des True-Spitzmulls in seinem eigenen Genus Dymecodon zu rechtfertigen. Die Gattung enthält nur eine rezente Spezies, fossile Arten sind aktuell nicht bekannt. Der Gattungsname Dymecodon leitet sich von griechischen Wörtern δύο für „zwei“, μῆκος für „Länge“ und ὀδούς für „Zahn“ ab, was sich auf die abwechselnde Stellung von hohen und niedrigen Zähnen im Unterkiefer bezieht.

·         Synonyme: Dimecodon, Coues, 1889.

·         Literatur: Coues (1889); Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966); He et al. (2017); Kawada & Obara (1999); Motokawa (2004); Sánchez-Villagra, Horovitz & Motokawa (2006); Shinohara, Campbell & Suzuki (2003, 2005); Shinohara et al. (2004); True (1886); Tsuchiya (1976).

 

Genus Urotrichus Temminck, 1841 (Gattung Große Japanische Spitzmulle/Greater Japanese Shrew Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Urotrichus talpoides Temminck, 1841. Aktuell enthält Urotrichus mit talpoides nur eine rezente Art. Für einige Zeit wurde auch der Amerikanische Spitzmull (Neurotrichus gibbsii) hier eingeordnet, bis ihn Günther (1880) in die eigene Gattung Neurotrichus stellte. Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966) ordneten auch den True-Spitzmull (Dymecodon pilirostris) in die Gattung Urotrichus. Zwar zeigen genetische Analysen talpoides und pilirostris als verwandte Schwestertaxa (He et al., 2017; Shinohara et al., 2004; Shinohara, Campbell & Suzuki, 2003, 2005), doch sind die Unterschiede, auch gestützt durch karyologische (Kawada & Obara, 1999; Tsuchiya, 1976) und anatomische Untersuchungen (Motokawa, 2004; Sánchez-Villagra, Horovitz & Motokawa, 2006), groß genug, um die Stellung des True-Spitzmulls in seiner eigenen Gattung Dymecodon zu rechtfertigen. Möglicherweise sind aber die fossilen Arten Urotrichus giganteus Ziegler, 2006 und Urotrichus dolichochir (Gaillard, 1899) korrekt in die Gattung Urotrichus eingeordnet. Der Gattungsname leitet sich von den griechischen Wörtern οὐρά für „Schwanz“ und τριχός für „Haar“ ab, was sich auf den im Verhältnis zu anderen Gattungen deutlich behaarten Schwanz der Tiere bezieht.

·         Literatur: Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966); Gaillard (1899); Günther (1880); He et al. (2017); Kawada & Obara (1999); Motokawa (2004); Sánchez-Villagra, Horovitz & Motokawa (2006); Shinohara, Campbell & Suzuki (2003, 2005); Shinohara et al. (2004); Temminck (1841); Tsuchiya (1976); Ziegler (2006).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Urotrichini > Dymecodon

 

 

Dymecodon

 

Dymecodon pilirostris

 

 

Genus Dymecodon True, 1886 (Gattung Kleine Japanische Spitzmulle/Lesser Japanese Shrew Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Dymecodon pilirostris True, 1886. Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966) ordneten den True-Spitzmull (Dymecodon pilirostris) in die Gattung Urotrichus. Zwar zeigen genetische Analysen talpoides und pilirostris als verwandte Schwestertaxa (He et al., 2017; Shinohara et al., 2004; Shinohara, Campbell & Suzuki, 2003, 2005), doch sind die Unterschiede, auch gestützt durch karyologische (Kawada & Obara, 1999; Tsuchiya, 1976) und anatomische Untersuchungen (Motokawa, 2004; Sánchez-Villagra, Horovitz & Motokawa, 2006), groß genug, um die Stellung des True-Spitzmulls in seinem eigenen Genus Dymecodon zu rechtfertigen. Die Gattung enthält nur eine rezente Spezies, fossile Arten sind aktuell nicht bekannt. Der Gattungsname Dymecodon leitet sich von griechischen Wörtern δύο für „zwei“, μῆκος für „Länge“ und ὀδούς für „Zahn“ ab, was sich auf die abwechselnde Stellung von hohen und niedrigen Zähnen im Unterkiefer bezieht.

·         Synonyme: Dimecodon, Coues, 1889.

·         Literatur: Coues (1889); Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966); He et al. (2017); Kawada & Obara (1999); Motokawa (2004); Sánchez-Villagra, Horovitz & Motokawa (2006); Shinohara, Campbell & Suzuki (2003, 2005); Shinohara et al. (2004); True (1886); Tsuchiya (1976).

 

Dymecodon pilirostris True, 1886 (True-Spitzmull/True’s Shrew Mole):

·         Alternative Bezeichnung: Kleiner Japanischer Spitzmull.

·         Terra typica:

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Die Art wurde gleich in einer neuen Gattung Dymecodon beschrieben. Zwar stellten Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966) pilirostris in die Gattung Urotrichus, doch wurde dies nur kurze Zeit von wenigen Autoren übernommen. Die Art gilt als monotypisch. Das Artepitheton leitet sich von den lateinischen Wörtern pilus für „Haar“ und rostrum für „Schnauze“ ab und bezieht sich auf die behaarte Schnauze der Tiere.

·         Synonyme: Dymecodon dewanus Kishida, 1950 (nur Name, Berge Zao, Gassan und Miomote in Japan).

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge 70-84 mm; Schwanzlänge 32-44 mm; Hinterfußlänge 12,8-15,2 mm; Gewicht 8-14,5 g. Zahnformel 38 = I 2/1 C 1/1 P 4/4 M 3/3, alternativ wird auch die Zahnformel 38 = I 3/2 C 1/1 P 3/3 M 3/3 angegeben. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Der True-Spitzmull bewohnt Wälder und Grasland in den subalpinen und alpinen Zonen des Hochgebirges bis in 2.380 m Höhe. Unter 1.000 m Höhe ist er nur selten zu finden. In tieferen Lagen wird er durch den Großen Japanischen Spitzmull abgelöst.

·         Bestand: Nicht gefährdet; Population stabil.

·         Verbreitung: Ostasien (Japan).

·         Literatur: Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966); Ishii (2015); Kishida (1950); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); Laginha Pinto Correia (2016); True (1886).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Urotrichini > Urotrichus

 

 

Urotrichus

 

Urotrichus talpoides

 

 

Genus Urotrichus Temminck, 1841 (Gattung Große Japanische Spitzmulle/Greater Japanese Shrew Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Urotrichus talpoides Temminck, 1841. Aktuell enthält Urotrichus mit talpoides nur eine rezente Art. Für einige Zeit wurde auch der Amerikanische Spitzmull (Neurotrichus gibbsii) hier eingeordnet, bis ihn Günther (1880) in die eigene Gattung Neurotrichus stellte. Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966) ordneten auch den True-Spitzmull (Dymecodon pilirostris) in die Gattung Urotrichus. Zwar zeigen genetische Analysen talpoides und pilirostris als verwandte Schwestertaxa (He et al., 2017; Shinohara et al., 2004; Shinohara, Campbell & Suzuki, 2003, 2005), doch sind die Unterschiede, auch gestützt durch karyologische (Kawada & Obara, 1999; Tsuchiya, 1976) und anatomische Untersuchungen (Motokawa, 2004; Sánchez-Villagra, Horovitz & Motokawa, 2006), groß genug, um die Stellung des True-Spitzmulls in seiner eigenen Gattung Dymecodon zu rechtfertigen. Möglicherweise sind aber die fossilen Arten Urotrichus giganteus Ziegler, 2006 und Urotrichus dolichochir (Gaillard, 1899) korrekt in die Gattung Urotrichus eingeordnet. Der Gattungsname leitet sich von den griechischen Wörtern οὐρά für „Schwanz“ und τριχός für „Haar“ ab, was sich auf den im Verhältnis zu anderen Gattungen deutlich behaarten Schwanz der Tiere bezieht.

·         Literatur: Ellerman & Morrison-Scott (1951, 1966); Gaillard (1899); Günther (1880); He et al. (2017); Kawada & Obara (1999); Motokawa (2004); Sánchez-Villagra, Horovitz & Motokawa (2006); Shinohara, Campbell & Suzuki (2003, 2005); Shinohara et al. (2004); Temminck (1841); Tsuchiya (1976); Ziegler (2006).

 

Urotrichus talpoides Temminck, 1841 (Großer Japanischer Spitzmull/Greater Japanese Shrew Mole):

·         Terra typica: Nagasaki-Präfektur auf der Insel Kyushu, Japan.

Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: In der Vergangenheit wurde eine unterschiedliche Zahl an Unterarten gelistet. So unterschied Hutterer (2005) die fünf Unterarten talpoides, adversus, centralis, hondoensis und minutus, während Ishii (2015) neben der Nominatform nur die Unterart adversus anerkannte. Auch Kryštufek & Motokawa (2018, 2020) listen nur diese beiden Unterarten auf. Molekularbiologische Analysen (Wilson, 2013; Harada et al., 2001; Tsuchiya, 1988) konnten aber geographische Differenzen identifizierten, die auf mindestens eine weitere Unterart auf der östlichen Hauptinsel Honshu hindeuten. Das Artepitheton talpoides setzt sich aus dem griechischen Suffix -οειδής für „-ähnlich“ und dem lateinischen Wort talpa für „Maulwurf“ zusammen, um auf die Ähnlichkeit zu den Echten Maulwürfen hinzuweisen.

·         Unterarten:

1. Urotrichus talpoides talpoides Temminck, 1841 (Großer Westjapanischer Spitzmull/Greater Western Japanese Shrew Mole).

2. Urotrichus talpoides adversus Thomas, 1908 (Großer Tsushima-Spitzmull/Greater Tsushima Island Shrew Mole). Holotypus/Terra typica: BMNH 1908.2.26.1 (Britisches Museum für Naturgeschichte London), adultes Männchen, aufgenommen am 16. Januar 1907 von Malcolm Playfair Anderson bei Sasuna auf der Insel Tsushima, Nagasaki-Präfektur, Japan.

3. Urotrichus talpoides ssp. 1 [Tsuchiya, 1988] (Großer Ostjapanischer Spitzmull/Greater Eastern Japanese Shrew Mole

·         Synonyme: Urotrichus talpoides Temminck, 1839 (nur Name); Urotrichus talpoides centralis Thomas, 1908 (Holotypus/Terra typica: BMNH 1906.1.4.68 (Britisches Museum für Naturgeschichte London), adultes Weibchen, aufgenommen am 14. Februar 1905 von Malcolm Playfair Anderson bei Jinrio, Präfektur Tokoshima, Region Shikoku, Japan); Urotrichus talpoides hondoensis Saito, 1965 (Schreibfehler von hondonis); Urotrichus talpoides hondonis Thomas, 1908 (Holotypus/Terra typica: BMNH 1906.1.4.97 (Britisches Museum für Naturgeschichte London), Männchen, gesammelt am 13. Dezember 1904 bei Nakaomi, nahe Ohitu, Provinz Shizuoka (Izu), Honshu, Japan); Urotrichus talpoides minutus Tokuda, 1932; Urotrichus talpoides pilirostris Thomas, 1906 (Verwendung für Dymecodon pilirostris); Urotrichus talpoides shinanensis Yagi, 1927; Urotrichus talpoides yokohamanis Kanda, 1929.

·         Identifizierung/Beschreibung: Kopf-Rumpf-Länge 89-104 mm; Schwanzlänge 27-38 mm; Hinterfußlänge 13,8-16 mm; Gewicht 14,5-28,5 g. Zahnformel 36 = I 2/1 C 1/1 P 4/3 M 3/3, alternativ wird auch die Zahnformel 36 = I 3/2 C 1/1 P 3/2 M 3/3 angegeben. Karyotyp 2n = 34 Chromosomen.

·         Biologie/Ökologie: Der Große Japanische Spitzmull besiedelt Wälder, Busch- und Grasland, wobei Laubwälder bevorzugt werden. Hauptsächlich ist er im Tiefland vertreten, im Bergland erreicht er Höhen bis 1.200 m oder 1.600 m. Zum Teil wird er in höheren Lagen durch den True-Spitzmull abgelöst.

·         Bestand: Nicht gefährdet; Population stabil.

·         Verbreitung: Ostasien (Japan).

·         Literatur: Cassola (2016); Harada et al. (2001); Hutterer (2005); Ishii (2015); Kanda (1929); Kryštufek & Motokawa (2018, 2020, 2023); Saito (1965); Temminck (1839, 1841); Thomas (1906, 1908); Tokuda (1932); Tsuchiya (1988); Wilson (2013).

 

 

 

Eutheria > Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Talpini

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa

 

 

Talpini

 

 

 

 

 

Mogera

 

 

 

 

 

 

Oreoscaptor

 

 

 

 

 

 

 

Euroscaptor

 

 

 

 

 

 

Parascaptor

 

 

 

 

 

 

Scaptochirus

 

 

 

 

 

 

Tribus Talpini G. Fischer von Waldheim, 1814 (Gattungsgruppe Altwelt-Maulwürfe/Old World Moles):

·         39 Arten in sechs Gattungen.

·         Taxonomie/Phylogenie: Nominotypische Gattung Talpa Linnaeus, 1758; nominotypische Art Talpa europaea Linnaeus, 1758. Der Stammbaum basiert auf den Ergebnissen von He et al. (2017).

·         Literatur: Fischer (1814); He et al. (2014, 2017); Linnaeus (1758).

 

Genus Talpa Linnaeus, 1758 (Gattung Eurasische Maulwürfe/Eurasian Moles):

·         16 Arten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Talpa europaea Linnaeus, 1758. Der Stammbaum orientiert sich an den Ergebnissen von Gündüz et al. (2023), wobei die Stellung von streetorum noch unsicher ist, da von diesem Taxon bisher keine genetischen Daten vorliegen. Der Gattungsname beruht auf dem lateinischen Wort talpa für „Maulwurf“. Innerhalb der Gattung werden oft zwei Subgenera unterschieden, wobei die Untergattung Asioscalops nur den Sibirischen Maulwurf enthält und alle anderen Arten in die Untergattung Talpa gestellt werden. Innerhalb der Untergattung Talpa trennt sich das Artenpaar caucasica und ognevi als erstes von den restlichen Arten ab, es folgt die davidiana-Gruppe aus den Arten hakkariensis, talyschensis, davidiana und streetorum. Die weiteren Spezies teilen sich in drei weitere Evolutionslinien auf, von denen die erste Linie nur stankovici enthält, die zweite das Artenpaar levantis und transcaucasica. Die dritte Linie umfasst die europaea-Gruppe mit den Arten caeca und romana an der Basis, gefolgt von europaea, martinorum sowie den beiden Arten aquitania und occidentalis.

·         Synonyme: Talva P. L. S. Müller, 1776 (Schreibfehler).

·         Literatur: Gündüz et al. (2023); Linnaeus (1758); Müller (1776).

 

Genus Mogera Pomel, 1848 (Gattung Ostasiatische Maulwürfe/East Asian Moles):

·         10 Arten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Mogera wogura (Temminck, 1842), Pomel gab zwar Talpa woogura an. Doch dabei handelte es sich um einen Schreibfehler. Stammbaum orientiert sich an den Ergebnissen von Tu et al. (2021), Kirihara et al. (2013) und Shinohara et al. (2014). Der nächste Verwandte der Gattung Mogera ist nach bisherigen Erkenntnissen der Japanische Bergmaulwurf (Oreoscaptor mizura). Innerhalb der Gattung Mogera findet sich eine Unterteilung in zwei Evolutionslinien, die ihren Ursprung vor 8-10 Millionen Jahren nahm. Aus der ersten Linie gingen die japanischen Arten etigo, tokudae, imaizumii und wogura sowie der Ussuri-Maulwurf hervor, wobei etigo und tokudae als Schwesterarten einen Unterzweig bilden, während im anderen Unterzweig imaizumii dem Artenpaar robusta und wogura gegenübersteht. In der zweiten Linie nimmt latouchei eine basale Stellung ein, gefolgt von uchidai und insularis, während hainana und kanoana als Schwestertaxa die engste Verwandtschaft untereinander aufweisen. Der Gattungsname leitet sich vom japanischen Wort モグラ (mogura) für „Maulwurf“ ab.

·         Synonyme: Heterotalpa Peters, 1863; Mogerula Kishida, 1937; Nesoscaptor Abe, Shiraishi & Arai, 1991; Talpops Gervais in Carus, 1868.

·         Literatur: Abe, Shiraishi & Arai (1991); Carus, 1868; Kirihara et al. (2013); Kishida (1937); Peters (1863); Pomel (1848); Shinohara et al. (2014); (Temminck, 1842); Tu et al. (2021).

 

Genus Oreoscaptor Kawada, 2016 (Gattung Japanische Bergmaulwürfe/Japanese Mountain Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Oreoscaptor mizura (Günther, 1880). Die Gattung Oreoscaptor ist am nächsten mit dem Gattung Mogera verwandt. Beide Genera trennten sich vor ca. 7-8 Millionen Jahren. Oreoscaptor enthält nur eine rezente Art und gilt daher als monotypisch. Der Gattungsname leitet sich von den griechischen Wörtern ὄρος für „Gebirge“ und σκάπτηρ für „Grabender“ ab und bezieht sich somit auf die grabende Lebensweise der Tiere und den Lebensraum im Gebirge.

·         Literatur: Günther (1880); Kawada (2016).

 

Genus Euroscaptor G. S. Miller, 1940 (Gattung Südostasiatische Maulwürfe/Southeast Asian Moles):

·         10 Arten.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Euroscaptor klossi (Thomas, 1929). Der Stammbaum orientiert sich an den Ergebnissen von Zemlemerova et al. (2016). Allerdings sind besonders die Positionen für die Arten micrurus und grandis noch unklar, da von diesen bisher kein genetisches Material vorliegt bzw. bei grandis Unklarheiten bzgl. des Typusfundortes vorliegen. Da aktuell nicht auszuschließen ist, dass grandis identisch mit longirostris ist, werden hier beide vorläufig als Schwestertaxa dargestellt. Aus geographischen Gründen wird micrurus an die Basis der Gattung gestellt, da die Spezies durch die Flusssysteme Brahmaputra und Irrawaddy deutlich von den anderen Arten der Gattung getrennt ist. Der Gattungsname leitet sich von dem aus der griechischen Mythologie stammenden Wort Εὖρος für „Ostwind“ und dem griechischen Wort σκάπτηρ für „Grabender“ ab. Damit soll zum einen die Verbreitung in Ostasien angedeutet werden und zum anderen auf die grabende Tätigkeit der Tiere hingewiesen werden.

·         Synonyme: Eoscalops Stroganov, 1941.

·         Literatur: Miller (1940); Stroganov (1941); Thomas (1929); Zemlemerova et al. (2016).

 

Genus Parascaptor Gill, 1875 (Gattung Weißschwanzmaulwürfe/White-tailed Moles):

·         1 Art;

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Parascaptor leucurus (Blyth, 1850). Die Gattung Parascaptor ist das Schwestertaxon zur Gattung Scaptochirus und enthält nur eine rezente Art. Der Gattungsname leitet sich von den griechischen Wörtern παρά für „neben“ und σκάπτηρ für „Grabender“ ab. Damit soll einerseits auf die grabende Tätigkeit der Tiere hingewiesen werden, andererseits darauf, dass es eben neben den bis dahin schon beschriebenen Gattungen noch eine weitere gibt.

·         Literatur: Blyth (1850); Gill (1875).

 

Genus Scaptochirus Milne-Edwards, 1867 (Gattung Kurzgesichtsmaulwürfe/Short-faced Moles):

·         1 Art.

·         Taxonomie/Phylogenie/Etymologie: Generotypus Scaptochirus moschatus Milne-Edwards, 1867. Die Gattung enthält nur eine rezente Art. Es sind jedoch mit Scaptochirus jiangnanensis Jin & Liu, 2008 und Scaptochirus primitivus Zdansky, 1928 auch zwei fossile Arten bekannt. Scaptochirus ist nach genetischen Studien das Schwestertaxon zur Gattung Parascaptor. Der Gattungsname Scaptochirus leitet sich von den griechischen Wörtern σκάπτω für „graben“ und χείρ für „Hand“ ab und bezieht sich auf die ans Graben angepassten Vorderfüße.

·         Literatur: Jin & Liu (2008); Milne-Edwards (1867); Zdansky (1928).

 

 

 

Boreoeutheria > Laurasiatheria > Lipotyphla > Eulipotyphla > Soricoidea > Talpidae > Talpinae > Talpini > Talpa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa altaica

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa caucasica

 Talpa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa ognevi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa hakkariensis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa talyschensis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa davidiana

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa streetorum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa stankovici

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa levantis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talpa transcaucasica